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Migranten helfen den Neuankömmlingen

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Main-Taunus Projekt der Caritas stärkt Ehrenamt / Fortsetzung ist geplant

Wir können nicht die letzten Jahrzehnte verbessern, aber wir können gucken, dass die, die zuletzt gekommen sind, aufgefangen werden", sagt Christine Seibert vom Fachbereich für besondere Lebenslagen der Caritas Main-Taunus. Gemeinsam mit Sozialpädagogin Ines Baron hat sie das Projekt "Integration und Ehrenamt" begleitet, das, gefördert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, in den vergangenen zwei Jahren in Liederbach, Hofheim und Hattersheim gelaufen ist.

Sprach- und Konversationskurse für Kinder und Erwachsene wurden organisiert, Computerschulungen und ein Fotokurs angeboten, es gab Bewerbungstrainings für Menschen, die erst vor kurzem nach Deutschland gekommen sind, ein internationales Kochtreffen und diverse Feste. Das Besondere an dem Projekt: Die Arbeit erledigten fast ausschließlich ehrenamtliche Helfer, viele von ihnen selbst Migranten, die schon länger in Deutschland leben und wissen, wie schwierig der Einstieg in eine andere Kultur sein kann.

"Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich vor fünf Jahren hier angekommen bin und alles erst mal ungewohnt und neu war", erzählt Olga Oseledec. Die gebürtige Kasachin bekam damals Hilfe vom Caritasverband und ist jetzt selbst in die Helferrolle geschlüpft. Sie hat sich im Zuge des Projektes Integration und Ehrenamt in Hattersheim zur Integrationslotsin ausbilden lassen, begleitet eingewanderte Landsleute zu Behörden oder Arztterminen, dolmetscht und erklärt. Weitere Integrationslotsen stammen aus Russland, der Türkei, Korea, Spanien und Marokko.

Auch Deutsche machen mit

Insgesamt haben nach Angaben der Caritas 500 Menschen aus 15 Nationen an dem Projekt mitgearbeitet. Stark engagiert haben sich dabei auch Ehrenamtler aus lokalen Vereinen und Kirchengemeinden. So hat Helga Putze eine Kleiderkiste im Liederbacher Übergangswohnheim eingerichtet. Elena Levites gibt Deutschkurse für Ausländer, und Sabine Olde-Stephan empfängt jede Woche ein halbes Dutzend ausländischer Schülerinnen zum kostenlosen Englisch-Nachhilfeunterricht. "In dem Projekt geht es nicht darum, Migranten zu betütteln, sondern wir wollen sie aktivieren und unterstützen und das ehrenamtliche Engagement fördern", betont Christine Seibert.

Offiziell läuft das Projekt zum 31. August aus; beim Caritasverband ist man aber fest entschlossen, die ehrenamtliche Integrationsarbeit weiterlaufen zu lassen. Das Netzwerk sei geknüpft, nun müssten alle Beteiligten dafür sorgen, dass der Faden nicht abreiße, sagt Caritas-Chef Ottmar Vorländer. Möglicherweise gibt es auch bald wieder finanzielle Unterstützung. "Wir wollen Ende des Jahres einen neuen Antrag auf den Weg bringen", kündigt Vorländer an.

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