Hofheim

Menschenkette gegen Hofheimer Neubaugebiet

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Eine Initiative will die Obstwiesen und Äcker in Marxheim retten und ruft zum Protest auf. Die Enteignung von Grundstücksbesitzern wird befürchtet.

Mit einer Menschenkette will die Bürgerinitiative „Feld statt Beton – stoppt Marxheim 2“ am kommenden Sonntag, 15. September, gegen das geplante Baugebiet Marxheim II am Südostrand der Kreisstadt protestieren. Start ist um 14 Uhr an der Eddersheimer Straße. Bürger sind zu einem Rundgang mit den Mitgliedern der BI entlang der Obstwiesen und Äcker eingeladen, die als Bauland ausgewiesen werden sollen. Das Stadtparlament hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass „vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ für das 28 Hektar große Areal eingeleitet werden. Vorausgegangen waren ein öffentliches Dialogforum für Marxheim II, mehrere Fachdialoge sowie zwei Veranstaltungen für Grundstückseigentümer.

„Bei dem Rundgang wird ersichtlich, dass sich die ursprünglichen Pläne der Stadt Hofheim inzwischen deutlich verändert haben“, teilt BI-Sprecher Dirk Brüggemeier mit. Das Neubaugebiet Marxheim II werde nun fast doppelt so breit und bereits am Römerlager, in direkter Nachbarschaft zur Heiligenstockschule und dem Kindergarten, den Anschluss zum Stadtgebiet bilden.

Die BI beklagt den Verlust von altem Baum- und Heckenbestand sowie Obst- und Weideland, das Beton weichen soll. „Die Ortsbegehung am Sonntag führt vor Augen, wie groß diese 28 Hektar Flächenversiegelung wirklich sind“, sagt Brüggemeier. „Erst wenn man mittendrin steht, kann man ermessen, welch wichtiges Naherholungsgebiet Hofheim entzogen werden soll.“

Eine Menschenkette als Protest gegen Flächenversiegelung soll sich am kommenden Sonntag auch im Hochtaunuskreis formieren. Dort will die „BI Heimatboden Frankfurt“ den geplanten neuen Stadtteil im Norden Frankfurts verhindern und plant eine Menschenkette, die sich von Oberursel über Steinbach bis zur Frankfurter Nordweststadt ziehen soll.

Eine Informationsveranstaltung zum neuen Hofheimer Baugebiet plant die BI „Feld statt Beton – Stoppt Marxheim 2“ für Oktober. „Die Enteignungspläne der Stadt, die jüngst publik wurden, zeigen, mit welch harten Bandagen der Hofheimer Magistrat sich notfalls auch gegen den Willen der Hofheimer und Bürger durchsetzen will“, sagt Brüggemeier. „Da können wir nicht tatenlos zusehen.“

Die Stadt Hofheim wolle bei der Entwicklung von Marxheim II mit den Grundstückseigentümern zusammenarbeiten, betonte Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) auf FR-Anfrage. Eine Enteignung sei lediglich die „Ultima Ratio“, wenn alle anderen städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten ausgeschöpft seien.

Exner verwies auf den „breiten Konsens“, den es im Stadtparlament zum Baugebiet Marxheim II gebe. Der Fokus liege nun darauf, auch die Bürger zu überzeugen. Bei der Planung des neuen Stadtteils werde sehr sorgfältig vorgegangen. Das betreffe auch die Freiflächen, die zum Schutz des Klimas und den Erhalt der Frischluftschneisen wichtig seien. Längst nicht das gesamte 28 Hektar große Areal werde beim Bau von Marxheim II versiegelt, betonte Exner.

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