1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis

In die Menschen investiert

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Seit zehn Jahren wird "die Siedlung" vom Programm Soziale Stadt gefördert. Von Franziska Richter

Von Franziska Richter

Natürlich freut sich Alfred Schubert. Der Altbürgermeister von Hattersheim (SPD) steht im Südringtreff in Hattersheim und feiert das Jubiläum "Zehn Jahre Soziale Stadt". "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt" heißt das Programm mit vollem Namen, für das sich Hattersheim vor zehn Jahren bewarb. Den Anstoß dafür gab Schubert. Knapp fünf Millionen Euro sind seither in die Siedlung zwischen Südring und Frankfurter Straße investiert worden. Zwei Drittel wurden vom Bund und dem Land Hessen bezahlt, ein Drittel gab die Stadt dazu. Als Träger holten sich die Stadt und die Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft (HaWoBau) die Caritas Main-Taunus ins Boot.

Das Erreichte nicht verlieren

Wenn er jetzt zurückblicke, dann habe alles wunderbar geklappt: "Neue Formen der Kommunikation sind enstanden. Ich bin begeistert", sagt Schubert. Doch müsse die Stadt nun aufpassen, "dass sie nicht alles, was sie erreicht hat, in wenigen Jahren wieder verliert."

Heike Bülter formuliert es ählich. Die Sozialpädagogin war in den vergangenen zehn Jahren im Stadtteilbüro in der Pregelstraße gemeinsam mit ihren Kollegen dafür zuständig, Projekte in der Siedlung anszustoßen, zu koordinieren und zu begleiten.

"Die Fördermittel laufen Ende 2011 aus. Dann muss sich die Stadt die Gretchenfrage stellen", sagt sie. Doch nicht, wie es in zwei Jahren weitergehen könnte, sondern das, was sich in zehn Jahren in der Siedlung verändert hat, stand im Mittelpunkt der Feier am Freitagnachmittag: Auf elf Infotafeln, die an zentralen Punkten in der Siedlung aufgestellt sind, wird erklärt, was gebaut, gegründet und verbessert wurde. Dazu zählen etwa der Eiserne Steg, der Platz der Ruhe, die Spielplätze und der Jugendtreff Fly Over.

"Vor allem in der Infrastruktur hat sich viel getan", sagt Bülter. Dadurch habe die Siedlung, in der rund 4000 Menschen leben, eine enorme Imagesteigerung erlebt. "Inzwischen sagen die Leute: ,Ich bin ein Siedlungskind´".

Auch Bürgermeister Hans Franssen (SPD) blickt zufrieden zurück: "Wir haben nicht in Sachen, sondern in Menschen investiert." Es sei "nichts übergestülpt worden. Es wurde alles selbst gestaltet." Für HaWoBau-Geschäftsführer Gerhard Krietsch hat sich dadurch das Mieter-Vermieter-Verhältnis "deutlich entspannt". Auch Caritas-Geschäftsführer Otmar Vorländer ist angetan: "Unser Ansatz ist immer, Haupt- und Ehrenamt zu verbinden. Das ist hervorragend gelungen."

So treffen sich zum Beispiel Bewohner der Siedlung einmal im Monat am "Runden Tisch", um Wünsche und Probleme zu diskutieren.

Auch der "Südringtreff", ein Verein, der sich um die Belange der Bewohner kümmert und für die Nachhaltigkeit des Förderprogramms steht, ist ein Ergebnis des Programms.

Auch interessant

Kommentare