1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis

Der Menschen-Flüsterer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andrea Rost

Kommentare

Pietro Sutera ist neugierig auf Menschen.
Pietro Sutera ist neugierig auf Menschen. © Oeser

Fotograf Pietro Sutera ist ein Meister des Porträts / Auch international preisgekrönt

Seine Bilder sind Momentaufnahmen. „Ich sehe in jedem Menschen etwas Schönes“, sagt Pietro Sutera. „Ich drücke auf den Auslöser, wenn das Herz leuchtet.“

Der Eppsteiner Fotograf, der mit Frau und zwei Kindern im Stadtteil Ehlhalten wohnt, hat sich früh auf Porträtfotografie spezialisiert.

Unheimlich neugierig sei er, sagt Sutera. Wenn er Fotos macht, spricht er mit den Menschen, die vor seiner Kamera stehen. „Die Gesichter verändern sich dann, der Charakter tritt in den Vordergrund“, sagt er. In seinem Wohnzimmer hängt das großformatige Foto von Pablo Guiama aus Kuba. „Ich habe kein Problem, ein Glas Rum, eine Zigarre, und wenn es kühl wird, ziehe ich meine warme Jacke an“, habe ihm der 85-Jährige gesagt, erinnert sich Sutera. Das Schwarz-Weiß-Bild fängt die Leichtigkeit des alten Mannes auf wundersame Weise ein.

Pietro Sutera ist Autodidakt. In Bad Säckingen an der Schweizer Grenze ist er als Kind sizilianischer Einwanderer aufgewachsen. Mit 14 bekam er seine erste Pocketkamera, mit 16 experimentierte er mit Spiegelreflexkameras. Fotograf wollte er werden, bewarb sich aber zu spät für eine Lehre im örtlichen Laden, ging nach Freiburg und machte eine Ausbildung in einem großen Hotel. Hart zu arbeiten, den Umgang mit Menschen, Kontakte zu knüpfen habe er dort gelernt, erzählt er. Als er später in London jobbte und in Paris lebte kam ihm das zugute. Mitte der 80er Jahre ging er für ein Jahr nach Australien und bekam dort erstmals die Gelegenheit Models zu fotografieren, und selbst als Model mit Topfotografen zu arbeiten.

Kann man als Fotograf eine Familie ernähren? „Heute kann ich das sehr gut“, sagt Pietro Sutera. Ehe er sich vor zwölf Jahren selbstständig machte, legte er jedoch noch sein Fachabitur ab und studierte Betriebswirtschaftslehre. „Zur Sicherheit, um einen Brotberuf zu haben.“

Schritt für Schritt hat sich der 46-Jährige seinen Kundenstamm aufgebaut. Pietro Sutera fotografiert für Unternehmen, macht Bilder für Broschüren, Firmenprospekte, Plakate und Modeaufnahmen. Er ist über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt, hat in Paris Fotos ausgestellt und beim M.I.L.K.-Fotowettbewerb als einziger Fotograf weltweit mit drei Bildern gewonnen. „Freundschaft, Familie, Liebe, Lachen“ war das Thema. Fotografen aus 164 Ländern nahmen am Wettbewerb teil.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau schickte ihn nach Afrika, um Menschen für Entwicklungshilfeprojekte zu fotografieren. Demnächst soll ein Buch erscheinen mit Bildern, die er im weltgrößten Nationalpark Kaza im südlichen Afrika gemacht hat.

Engagement für Stiftung

Pietro Sutera ist gut im Geschäft. Dennoch stellt er seine Arbeitskraft auch einem Projekt zur Verfügung, das ihm ganz besonders am Herzen liegt. Vor drei Jahren hat er die Strahlemann-Stiftung mitgegründet. Die Initiative wird von regionalen Unternehmen getragen und unterstützt Kinder und Jugendliche in Deutschland und weltweit. Für den Strahlemann-Kalender 2012 ist Pietro Sutera nach Botswana gereist, um Kinder zu fotografieren – sprühend vor Lebenslust, lachend und in Gedanken versunken hat er sie porträtiert. Für 29,75 Euro kann der großformatige Kalender bestellt werden. Der Erlös ist für Kinderhilfsprojekte bestimmt.

www.pietro-sutera.de

Auch interessant

Kommentare