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Mehrheit für die Vorderheide

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Von: Andrea Rost

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Mit großer Mehrheit hat das Stadtparlament am Mittwochabend die zweite Offenlegung des Bebauungsplans für das umstrittene Gebiet Vorderheide II beschlossen.

Erboste Zwischenrufe aus den Zuschauerreihen wurden geflissentlich überhört. Einzig die Grüne Offene Hofheimer Liste (Gohl) sowie Barbara Grassel und Elisabeth Schmitt (beide SPD) stimmten gegen die Magistratsvorlage.

„Wir sind positiv gestimmt, dass jetzt alle Probleme gelöst sind und wir ein qualitätsvolles Wohngebiet auf der Vorderheide entwickeln können“, sagte der Geschäftsführer der Hofheimer Entwicklungsgesellschaft (EGH), Ronald Klein-Knott, gestern vor der Presse. Die Nachfrage sei groß. 153 Interessenten stünden bereits auf der Liste der EGH, 59 davon aus Hofheim.

Laut Klein-Knott haben alle Grundstückseigentümer zugestimmt, Erschließung und Entwicklung des Gebiets komplett zu finanzieren. Die Kosten sind von ursprünglich 11,9 auf über 13 Millionen Euro angestiegen. Damit sollte laut Klein-Knott nun das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

Auf dem rund zehn Hektar großen Areal Vorderheide II sollen 140 bis 150 Baugrundstücke ausgewiesen werden für Einzel- und Doppelhäuser. Nur an einer Stelle wird es ein Grundstück für ein Mehrfamilienhaus geben.

Obstbäume ziehen um

Erschlossen werden soll das neue Wohngebiet über die bereits vorhandenen Straßen, die, so die Stadtplaner, allesamt geeignet seien, den zusätzlichen Verkehr aufzunehmen. Geklärt ist laut Ronald Klein-Knott auch die Frage der Entwässerung. Das Schmutzwasser könnten die bereits vorhandenen Kanäle aufnehmen. Das Regenwasser soll in großen Kanälen unterhalb der Straßen gesammelt und in einen Graben nördlich der neuen Wohngebiets geleitet werden.

Dass der Bebauungsplan für die Vorderheide ein zweites Mal ausgelegt werden muss, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass es genügend Ausgleichsflächen in unmittelbarer Nähe geben muss, wohin geschützte Tierarten umziehen können, ehe das hochwertige Biotop Bauland wird. Das sieht das novellierte Naturschutzgesetz so vor.

Eine „charmante Lösung“ sei dafür gefunden, sagte Hofheims Planungsdezernent Wolfgang Winckler (SPD). Drei Dutzend alter und mittelalter Obstbäume werden in die Bauerlöcher Wiesen verpflanzt. Erste Vorbereitungen dafür sollen bereits in den nächsten Wochen getroffen werden. Ohne Präjudiz. Die Pflegemaßnahme muss nicht genehmigt werden.

Die Gohl-Fraktionsvorsitzende Marianne Knöss hatte im Parlament bezweifelt, dass eine solche groß angelegte Umpflanzaktion funktioniert. Zum Umpflanzen alter Bäume zwecks Artenschutz gebe es noch keine praktischen Erfahrungen in der Region, räumte Ronald Klein-Knott ein. Gutachter und Fachfirmen seien jedoch vom Erfolg überzeugt. „Wir werden auf jeden Fall Bäume in Reserve haben, falls einer doch nicht anwächst.“

Der Verein Lebenswertes Hofheim will auch nach dem jüngsten Parlamentsbeschluss nicht locker lassen. „Wir werden Einwendungen schreiben und weiterhin versuchen, auf politischer Ebene die Bebauung der Vorderheide zu verhindern“, sagte Detlef Backhaus der FR.

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