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Mehr Straftaten

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Tatort © dpa

Der Main-Taunus-Kreis hat seine Kriminalstatistik für 2010 vorgelegt. Die Aufklärungsquote ist hoch, aber bei Sachbeschädigungen ist sie deutlich gesunken.

Von Franziska Richter

Die Botschaft ist klar: Der Main-Taunus-Kreis (MTK) gehöre „zu den sichersten Kreisen in Hessen“, waren sich Landrat Berthold Gall (CDU) und Jürgen Moog, Leiter der Polizeidirektion Main-Taunus, einig. Beide stellten gestern die Kriminalstatistik für das Jahr 2010 vor.

Das liege sicher nicht nur daran, dass im vergangenen Jahr nur vier „Delikte gegen das Leben“ gezählt wurden. Ein Grund sei auch, sagte Moog, „dass man mit 57,2 Prozent die höchste Aufklärungsquote für den Kreis erreicht hat“. Insgesamt ist die Zahl der Straftaten um vier Prozent auf 12892 Fälle gestiegen.

Die fünf häufigsten Arten von Straftaten, die im vergangenen Jahr begangen wurden, waren Sachbeschädigung, Diebstahl aus Autos, Büroräumen und Geschäften sowie leichte Körperverletzung. Auffällig: Gerade bei der Sachbeschädigung ist die Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.

„Hier geht es meist um Massendelikte“, erklärte Moog dieses Ergebnis. „Wenn man Pech hat, wurden 21 Autospiegel auf einmal abgetreten.“ Zwar würde die Polizei immer Nachbarn vor Ort befragen, doch würde man durch dieses „Klinkenputzen“ wenig herauskriegen. Insgesamt handle es sich bei den Sachbeschädigungen meist um Vandalismus.

Stark zugenommen hätten die Einbrüche in Büro- und Diensträume, so Moog. „Wir leiden hier im Kreis schon immer unter schwerem Diebstahl“, sagte der Polizeichef. Das liege an der Nähe zu Frankfurt und an der guten Erreichbarkeit mit S-Bahnen oder dem Auto.

Präventionsräte sind wichtig

Ein Grund für die höheren Fallzahlen sei außerdem die Einbruchsserie in Schulen, Kindergärten, Apotheken, Büros und kleinen Geschäfte im Kreis vor etwa einem Jahr. Anfang Oktober habe man von 25 Tatverdächtigen elf festnehmen können, sagte Peter Öhm, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Main-Taunus.

„Wir haben inzwischen 100 Straftaten aufgeklärt“, so Öhm weiter. Er erwarte aber, dass sich die Zahl verdoppele oder verdreifache. Bisher liege die Schadenshöhe allein beim Diebesgut bei rund 120000 Euro. „Die Kosten für die Sachbeschädigungen liegen aber erheblich darüber.“

Deutlich zurückgegangen sind laut Statistik die Einbrüche in Häuser und Wohnungen. „Hier spielen die Präventionsräte eine große Rolle“, sagte Moog. Inzwischen hätten alle zwölf Kommunen wieder einen eigenes solches Gremium, sagte Gall. „Man kann nicht nachlassen, auf Prävention hinzuweisen.“

Mehr als 1000 Besucher konnte die Polizei bei Informationsveranstaltungen zu diesem Thema im Kreis zählen. In Kelkheim sei der Präventionsrat sehr aktiv, sagte Moog: „Hier sind die Fallzahlen deutlich gesunken.“

Der Vorsitzende des Präventionsrates des Main-Taunus-Kreises, Peter Nicolay, zeigte sich hingegen überrascht, wie „leichtgläubig“ manche Bürger seien. Vor einiger Zeit sei er am späten Nachmittag durch Wicker gelaufen und habe „Einbruchsmöglichkeiten geprüft.“

Als Dieb wäre er nach diesen drei Stunden mit „einer reichen Beute“ nach Hause gegangen, erzählte er. Garagen hätten offen gestanden, Fenster seien gekippt, und teure Autos oder neue Fahrräder nicht abgeschlossen gewesen.

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