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Mann der leisen Töne

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Von: Andrea Rost

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Wolfgang Kollmeier, 59, soll für die CDU in die Führungsriege der Kreisverwaltung.
Wolfgang Kollmeier, 59, soll für die CDU in die Führungsriege der Kreisverwaltung. © Schick

Main-Taunus Wolfgang Kollmeier soll Kreisbeigeordneter und Schuldezernent werden

Der Kandidat wurde ziemlich geräuschlos auf den Schild gehoben. Eine Fraktionssitzung, ein einstimmiges Votum, dann stand fest: Wolfgang Kollmeier, Schulleiter an der Krifteler Konrad-Adenauer-Schule, ist der Kandidat der CDU für das Amt des Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten. Der Posten muss nach dem Wechsel von Michael Cyriax auf den Chefsessel im Landratsamt neu besetzt werden. Dass die Christdemokraten ihn für sich beanspruchen können, war nicht von vornherein ausgemacht. In der Dreier-Koalition aus CDU, FDP und Freien Wählern hätte die FWG den zweiten hauptamtlichen Posten in der Kreisverwaltung bekommen können. Sie wollte ihn nicht. Die FDP ist mit Erstem Kreisbeigeordneten Hans-Jürgen Hielscher bereits in der Führungsriege der Kreisverwaltung vertreten. Also noch ein Posten für die CDU, die mit 41,9 Prozent der Stimmen die meisten Abgeordneten im Kreisparlament hat.

Kollmeier, seit zehn Jahren im Kreistag und dreimal so lange in der Hattersheimer Kommunalpolitik aktiv, ist ein Mann der leisen Töne. Die Findungskommission habe gefragt, ob er sich vorstellen könnte, das Amt zu übernehmen, erzählt er. Er sagte ja.

Der Abschied fällt ihm schwer

Allzu viel Zeit zu überlegen hatte er nicht. Trotzdem wog er sorgfältig ab. „Ich flüchte nicht“, sagt Wolfgang Kollmeier. Er sitzt fest im Chefsessel der Krifteler Berufsschule, in der 2000 Jugendliche von 100 Lehrern unterrichtet werden. Kollmeier ist seit 18 Jahren im Schulleitungsteam, 2004 wurde er Schulleiter. Er hat Vieles in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten mitgestaltet. Erst vor wenigen Tagen wurde der 16,2 Millionen Euro teure Erweiterungsbau der Konrad-Adenauer-Schule eröffnet. „Da liegt Herzblut drin. Ein Abschied fällt alles andere als leicht“, sagt der Pädagoge, der Mathematik, Wirtschaft und Politik unterrichtet.

Wenn bei der Wahl, die voraussichtlich im Dezember im Kreisparlament stattfindet, alles glatt geht, ist Wolfgang Kollmeier künftig als Schuldezernent für alle Schulen im Main-Taunus-Kreis zuständig. „Ich weiß, was auf mich zukommen könnte“, sagt er. „Als schulpolitischer Sprecher war ich bei der Entwicklung des Schulbauprogramm auch in der Vergangenheit mit dabei. Ich will weiterhin den Sachverstand bündeln, die Menschen mitnehmen.“

Welche konkreten Pläne er als Schuldezernent hat? Wolfgang Kollmeier winkt ab. Noch sei es zu früh, Details zu nennen, findet er. Im neuen Schulentwicklungsplan solle auf jeden Fell die Schulvielfalt erhalten bleiben, das Schulbauprogramm fortgesetzt werden. „Außerdem sollten wir prüfen, ob das gymnasiale Angebot im Kreis reicht“, sagt Kollmeier. Er sagt aber auch. „Wir lassen keinen zurück. Wir wollen hochbegabte und schwächere Schüler gleichermaßen fördern.“

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