Main-Taunus

Kreistag Main-Taunus will neues Hallenbad

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Neubau in Kriftel und Erweiterung der Rhein-Main-Therme werden geprüft.

Wenn in den Schulen des Main-Taunus-Kreises zwei Schwimmstunden auf dem Unterrichtsplan stehen, haben die Schüler in der Regel nur 30 bis 44 Minuten „Wasserzeit“. Für Landrat Michael Cyriax (CDU) ist klar: Die Kapazitäten in den drei ganzjährig nutzbaren Bädern in Eschborn, Hofheim und Hochheim reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf der Schulen zu decken. Auch für Schwimmvereine gebe es zu wenig Trainingsmöglichkeiten, betonte Cyriax im Kreistag und forderte die Abgeordneten auf, eine Weichenstellung vorzunehmen: „Sagen sie Ja oder Nein zu einem neuen Hallenbad.“

Das hat der Kreistag am Montag getan. Mit großer Mehrheit beschlossen die Abgeordneten, dass zusätzliche Hallenkapazitäten für das Schul- und Vereinsschwimmen geschaffen werden. Geprüft werden soll zum einen der Neubau einer Schwimmhalle mit sechs 25-Meter-Bahnen und einem Lehrschwimmbecken auf einem Grundstück an der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel, das dem Main-Taunus-Kreis gehört. Die Firma kplan präferiert diesen Standort in einer Machbarkeitsstudie, die seit einigen Monaten vorliegt.

12,1 Millionen Euro Kosten

Das neue Bad soll inklusive Lehrschwimmbecken 12,1 Millionen Euro kosten. Eine Million Euro Fördermittel können über das hessische Schwimmbadinvestitionsprogramm beantragt werden. Kplan kalkuliert mit Betriebskosten in Höhe von 362 000 Euro pro Jahr für die neu gebaute Schwimmhalle.

Auch eine Erweiterung der Rhein-Main-Therme in Hofheim, in der bereits jetzt viele Schulen und Vereine trainieren, solle geprüft werden, entschieden die Kreistagsabgeordneten. Die Gesellschaft, die die Therme betreibt, hatte einen Anbau auf ihrem Grundstück vorgeschlagen. Der Kreistag erwarte zeitnah Ergebnisse einer vergleichenden Bewertung der beiden Standorte in Kriftel und Hofheim, heißt es in einem Änderungsantrag, den das Bündnis aus CDU, FDP und Grünen vorgelegt hatte und den die Kreistagsmehrheit unterstützte.

In der Debatte davor hatte Linken-Sprecherin Beate Ullrich-Graf kritisiert, das Freizeitschwimmen werde in den Neubauplänen für ein Kreishallenbad nicht berücksichtigt. Der Antrag der Linken, zu prüfen, ob die bislang für den Schul- und Vereinssport geplante Schwimmhalle zu einem barrierefreien Schwimmbad für die Öffentlichkeit erweitert werden könne, fand jedoch keine Mehrheit.

Auch die Forderungen der AfD, vor der Beschlussfassung durch den Kreistag die Machbarkeitsstudie deutlich auszuweiten und ein detailliertes Finanzierungskonzept für ein neues Hallenbad vorzulegen, lehnte die Parlamentsmehrheit ab.

Die SPD unterstütze nachdrücklich den Neubau eines kreiseigenen Hallenbades, allerdings mit realistischen Vorgaben, betonte ihr Sprecher Georg Einhaus. Aus Sicht der Genossen ist die Machbarkeitsstudie „lückenhaft, unvollständig und nicht ausgewogen“. Die Bedarfsprognosen seien deutlich zu groß dimensioniert. Die Investitionskostenschätzung nannte Einhaus „unvollständig und fehlerhaft“.

Vor allem die Synergien mit bestehenden Hallenbädern im Main-Taunus-Kreis würden in der Studie von kplan nur rudimentär betrachtet. Insofern sei die Entscheidung, auch eine Erweiterung der Rhein-Main-Therme in Hofheim in die Überlegungen miteinzubeziehen, gut und richtig.

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