Main-Taunus

Kliniken wachsen langsam zusammen

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Der Klinikverbund Frankfurt-Main-Taunus konnte durch Synergie-Effekte Defizit reduzieren. 

Den Kliniken Frankfurt-Main-Taunus mit ihren drei Standorten ist es im vergangenen Jahr gelungen, das Defizit von sechs Millionen Euro aus dem Jahr 2017 auf 3,5 Millionen Euro zu verringern. Ob das vertraglich vereinbarte Ziel, im Jahr 2021 schwarze Zahlen zu schreiben, erreicht werden kann, ließ der Vorsitzende der Geschäftsführung, Martin Menger, auf einer Pressekonferenz am Dienstag offen. „Der Trend stimmt“, meinte Menger.

Das verbesserte Jahresergebnis ist jedoch nicht dadurch zustande gekommen, dass, wie angestrebt, mehr Patienten versorgt wurden, Vielmehr sind es vor allem die Synergie-Effekte etwa in der Materialbeschaffung, Reinigung, Logistik und Küche. Menger betonte, dass der „Gedanke“ der Holding inzwischen standortübergreifend auch „gelebt“ werde. Auch im medizinischen Bereich solle etwas enger zusammengearbeitet werden. Es habe zwei große Chefarztkonferenzen gegeben. Aber es sei „selbstredend“ nicht so, „dass sich alle um den Hals fallen“. Er sei sehr zufrieden, dass es inzwischen in den einzelnen Fachrichtungen regelmäßige Gespräche gebe. Keinesfalls sei daran gedacht, Fachabteilungen zu schließen – auch dann nicht, wenn sie sowohl in Höchst als auch in den Main-Taunus-Kliniken Hofheim und Bad Soden vorgehalten würden. Eine Zusammenlegung von Fachdisziplinen sei politisch nicht durchsetzbar. Außerdem wisse niemand, ob die Patienten von den Main-Taunus-Kliniken nach Höchst wechseln würden. „Vielleicht gehen sie dann ins Nordwestkrankenhaus.“

Die Geschäftsführerin des städtischen Krankenhauses in Höchst, Dorothea Dreizehnter, hob hervor, dass sich das Ergebnis bereits das „dritte Jahr in Folge“ verbessert habe. 2017 habe man noch bei einem Defizit von über zwei Millionen gelegen. Jetzt sei man bei 1,8 Millionen Euro angekommen. Man habe in der Pflege „deutlich mehr Personal“ eingestellt, so dass jetzt rund 20 Intensivbetten regelmäßig genutzt werden könnten. In der Vergangenheit waren es aufgrund der Personalengpässe oft nur 15 Betten. Das Krankenhaus werde die Altersmedizin weiter ausbauen. Bewährt habe sich die Stroke Unit mit über 1000 behandelten Schlaganfällen. Die Inbetriebnahme des Neubaus werde sich wie vermeldet um ein Jahr verzögern, so dass Dreizehnter mit der Übergabe durch den Generalunternehmer für den Oktober 2020 rechnet.

Den Main-Taunus-Kliniken ist es gelungen, das Defizit im vergangenen Jahr „von 3,2 Millionen Euro auf 1,7 Millionen Euro „nahezu halbiert“ zu haben. Man habe mehr Privatpatienten gewinnen können und weniger Berater beansprucht, so Klinikgeschäftsführer Stefan Schad, der für 2019 mit einem Defizit von 500 000 Euro rechnet. Zum medizinischen Angebot sagte Schad, die psychosomatische Fachabteilung habe sich „sehr gut entwickelt“, demnächst werde es in Hofheim eine neue Schmerztherapie für Patienten mit Rückenschmerzen geben.

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