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"Luxusbrücke" über den Fischbach

Main-Taunus Steuerzahlerbund wittert Geldverschwendung / Amt weist Vorwurf zurück

Von BARBARA HELFRICH

Die neue Radwege-Brücke zwischen Eppstein und Kelkheim-Fischbach hat den hessischen Bund der Steuerzahler auf den Plan gerufen. "Überdimensioniert" nannte sie sein Vorsitzender Ulrich Fried gestern bei einem Ortstermin: "Eine halb so breite und weniger massive Konstruktion zu einem Bruchteil der Kosten" hätte nach seiner Ansicht gereicht. Die "Luxusbrücke" für nur "eine Handvoll Radfahrer" sei Geldverschwendung. Eine Brücke aus Holz wäre deutlich billiger gewesen als die 240 000 Euro teure Stahlbetonkonstruktion, so Fried. Vier Fünftel der Kosten hätte man sparen können, schätzt der Steuerzahlerbund. Zudem seien die Folgekosten bei einer Stahlbetonbrücke sehr hoch. Fried bezifferte sie mit fünf Prozent der Baukosten pro jährlich, also 12 000 Euro.

Dem widerspricht Bernhard Külzer, Pressesprecher des Amts für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt (ASV), das den Radweg von Eppstein nach Fischbach geplant hat und seit Herbst 2007 bauen lässt. Die Planer hätten eine Holzbrücke über den Fischbach wegen der feuchten Umgebung verworfen. Die Nässe im Tal hätte ihr so zugesetzt, dass die Instandhaltung sehr teuer gewesen wäre: "Stahlbeton war deshalb günstiger als Holz."

Beim Pressetermin des Steuerzahlerbunds wurden Fotos von schlichten Holzbrücken mit Bohlen als Fahrbahn als kostengünstige Varianten gezeigt. Sie sind laut Külzer jedoch als Radweg ungeeignet, auch weil sie bei Regen rutschig werden. Holzbrücken müssten einen geeigneten Belag haben, wenn sie als Fahrradweg dienen.

Auch den Vorwurf des Steuerzahlerbunds, die Brücke sei überdimensioniert, weist der ASV-Sprecher zurück. Der Radweg werde bei Schnee geräumt und müsse deshalb breit genug für Räumfahrzeuge sein.

Noch endet der Radweg wenige Meter hinter der Brücke. Im kommenden Jahr soll er bis Eppstein fertiggebaut werden. Beim Pressetermin wies der Steuerzahlerbund darauf hin, dass der 900 Meter lange Lückenschluss 1,2 Millionen Euro kosten soll. "Das ist aber keine Kritik, sondern eine Feststellung", sagte Fried. In den Kosten sei auch die Erneuerung und Verbreiterung der Autostraße B 455 enthalten, betonte Külzer. Bereits fertig ist ein rund 500 Meter langer Abschnitt, der einschließlich der umstrittenen Brücke 360 000 Euro gekostet hat.

Einige Bürger kritisierten beim Ortstermin des Steuerzahlerbunds nicht nur die Brücke, sondern den gesamten Ausbau des Radwegs als überflüssig. Der bisherige unbefestigte Feldweg habe ausgereicht, sagte etwa der Kelkheimer CDU-Stadtrat Wolfgang Zengerling.

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