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Lotsen durch den Alltag

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Im Eschborner Schulkinderhaus klappt das Miteinander.
Im Eschborner Schulkinderhaus klappt das Miteinander. © rolf oeser

Aus Finnland, Spanien, der Türkei oder auch Sri Lanka: Das Interkulturelle Netz in Eschborn will Neubürgern den Start in Deutschland erleichtern.

Von Gesa Fritz

In Eschborn hat sich ein kleiner Kreis von Männern und Frauen dem Ziel verschrieben, die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund voranzutreiben. Unter Federführung des städtischen Mitarbeiters Khalid Asalati knüpfen knapp 20 Männer und Frauen das Interkulturelle Netz Eschborn.

Sie stammen aus Finnland, Spanien, der Türkei oder auch Sri Lanka. Und sie alle eint die Erfahrung, dass Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede den Start in Deutschland sehr schwer machen können. Diesen Weg möchten sie anderen ebnen. Sie wollen verhindern, dass sich die Neubürger als Fremdkörper fühlen und isolieren. Dabei sind sie ehrenamtlich im Einsatz.

Der Erstkontakt zum Interkulturellen Netz wird häufig über die Kindergärten hergestellt. Diese melden sich bei Asalati, wenn die Kommunikation mit den Eltern scheitert, weil die Familie eines Kindes kein Deutsch versteht. Asalati vermittelt dann einen der Ehrenamtler als Übersetzer. Etwa ein bis zwei derartige Anfragen gehen bei Asalati im Monat ein.

Dabei soll die Übersetzungsarbeit nur ein Einstieg sein. Den Menschen soll Hilfe in den verschiedensten Lebenslagen geboten, sie sollen durch den deutschen Alltag gelotst werden. So werden die Familien etwa bei Behördengängen begleitet und über das Bildungssystem informiert. Eine Mitarbeiterin des Netzes betreut sogar ein Kind, während die Mutter einen Deutschkurs besucht.

Wie weit die Hilfen gehen, liegt immer im Ermessen des Einzelnen. Doch die Mitstreiter sind hoch motiviert. Sie wollen das Netz, das seit fünf Jahren besteht, ausbauen und suchen dafür neue Helfer. Willkommen sind ausdrücklich auch Eschborner Bürger ohne Migrationshintergrund. Interessenten können einfach zu einem der regelmäßigen Treffen des Netzes dazustoßen.

Khalid Asalati ist überzeugt, dass auf diesem Weg das Miteinander der Kulturen in Eschborn gelingen und der Austausch intensiviert werden kann. „Die Kinder schaffen das in der Schule – da bin ich zuversichtlich, dass das auch die Erwachsenen schaffen“, sagt er.

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