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Den Marktplatz mehr beleben

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Gewerbeverein freut sich über gute Angebote

Liederbach - Immer wieder wird über den Marktplatz diskutiert. Oft sind es kritische Stimmen, es heißt, die Fläche „Im Kohlruß“ sei zu versteckt, regelrecht „tot“. Doris Oesterlin aus Bad Soden hat einen ganz anderen Eindruck gewonnen, als sie dort entlang spazierte. Sie habe sich gleich in ein kleines Ladenlokal „verliebt“, wie sie schwärmt. Es gebe hier drumherum viele Parkplätze, die Fläche sei gut gelegen. Optimal für die aktive Frau, sich hier einen Traum zu verwirklichen. Im August hat Oesterlin dort „Doris’ Miniatelier“ eröffnet und dafür gesorgt, dass es in den Laden-Zeilen am Marktplatz keinen Leerstand mehr gibt.

Nun stellt sich die Sodenerin in Liederbach vor. Sie lädt die Mitglieder des Gewerbevereins Vereinigung Liederbacher Selbständiger (VLS) in ihre Räume ein. Dort wird jedem Gast sofort klar, dass sich Oesterlin den kreativen Welten verschrieben hat. Sie sei künstlerisch vielseitig unterwegs, mit dem Atelier wolle sie „anderen die Chance geben, sich zu verwirklichen“. Workshops und Kurse für Kinder und Erwachsene, Geburtstage, Firmenevents - all das ist bei ihr möglich.

Und die Kunden können mit der bunten Kunst-Welt in Kontakt kommen - von der Malerei über die Schmuckgestaltung bis zum Töpfern, Drucken, Filzen und dem Bearbeitern von Textilien. Der Wunsch nach einem eigenen kleinen Ladenlokal sei schon immer da gewesen, sagt die kreative Frau, die auf der Darmstädter Mathildenhöhe Kommunikationsdesign mit der Fachrichtung Gestaltung studiert, als Grafikerin freiberuflich gearbeitet und in Bad Soden im Badehaus schon ausgestellt hat.

Den Liederbacher Marktplatz findet sie so tot gar nicht. Als sie gerade eingezogen war, gab es die große „Schlagernacht“, wo sie bereits mit einem Basteltisch am Rande mitmischte. Weitere Veranstaltungen und Feste zur Belebung würde sie sich allerdings schon wünschen.

Da rennt sie bei Hildegunde Henrich offene Türen ein. Die Vorsitzende des VLS ist eine der größten Kritikerinnen der Marktplatz-Planung. Aber „Doris’ Miniatelier“ sei nun immerhin „eine interessante Bereicherung“, findet sie. Mit dem Treffen der Mitglieder soll auf die Lage der Unternehmen aufmerksam und Werbung für ihre Angebote gemacht werden.

Zweite Station an diesem Abend ist die Buchhandlung Kolibri. Henrich zieht den Hut vor Betreiberin Katja Siefert, die das Geschäft Anfang 2016 übernommen hat - als der Supermarkt als Frequenzbringer direkt gegenüber noch geschlossen war. Inzwischen sorgt dort der Nahkauf wieder für Leben, in der alten Bäckerei nebenan war erst ein Blumenladen, nun gibt es dort einen Friseur. „Sie hat tapfer durchgehalten“, lobt Henrich die ausgebildete Buchhändlerin. Sie wisse von vielen der rund 60 VLS-Mitglieder und einigen Bürgern, dass diese eben nicht ihre Bücher im Internet bestellten, sondern zu Kolibri gehen. Und sie schwört auch die VLS darauf ein, sich noch stärker im Ort einzumischen.

Beim Besuch der Unternehmer gibt sie gerne einen Lesetipp: „Die Geschichte der Welt“ - ein moderner Atlas, der die Historie der Menschheit auf ungewöhnliche Weise in Karten und Texten erzählt.

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