1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Liederbach

Altes Hoechst-Wohnheim ist fast abgerissen

Erstellt:

Kommentare

Cronstetten-Stiftung baut inklusiven Gebäudekomplex / Die Eröffnung ist für 2025 geplant

Liederbach - Das Gebäude war sicher keine Schönheit. Aber es hat zur Gemeinde dazu gehört, war durchaus prägend für das Quartier zwischen dem Ortskern Alt Oberliederbach, dem Siesmayer-Park und der Kirche. Nun aber ist vom Ex-Lehrlingswohnheim der früheren Hoechst AG und der späteren Flüchtlingsunterkunft des Main-Taunus-Kreises nichts mehr übrig. Binnen nur weniger Tage haben große Bagger und eine riesige Schreddermaschine aus genau 60 Jahren Gebäudegeschichte Bauschutt und zerbröselte Steinreste gemacht. Der Abriss ist fast beendet, eine neue Ära kann auf dem Grundstück Alt Oberliederbach 10 beginnen.

Neuer Eigentümer der Fläche ist die Frankfurter Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung. Sie wird hier einen Gebäudekomplex zum inklusiven Wohnen vor allem für Menschen mit Handicap mit 42 Einheiten und gläsernem Mittelteil für den Blick in den Park errichten. Die Stiftung sei jetzt in Gesprächen mit Tief- und Massivbauern. Sie werden in den ersten Schritten die Tiefgarage und die Aufzugskerne errichten. Zu einem überwiegenden Teil soll der Gebäudekomplex aus Holz sein, die Stiftung habe sich für die Firma Gumpp und Maier aus der Nähe von Augsburg entschieden. Wichtig sei dann die Koordination mit dem Betonbau, damit die angelieferten Häuser-Fertigteile in die Rahmen passen.

An den Planungen insgesamt habe sich nichts viel geändert, höchstens Details. Ziel sei es weiterhin, das „Haus Hynsperg“, so sein Name, im ersten Quartal 2025 zu eröffnen. Das Interesse an dem betreuten Wohnen dort ist weiter groß.

Ein wechselvolle Geschichte der Immobilie ist mit dem Abriss nun beendet. Die Hoechst AG hatte sie gebaut, um dort ihre Lehrlinge unterzubringen. Später diente das Haus auch als Unterkunft für Nachwuchs-Volleyballer vom Internat Höchst. Anfang der 2000er Jahre stand es leer. Der Main-Taunus-Kreis kündigte an, hier bis zu 90 Spätaussiedler unterzubringen. Die Gemeinde legte Einspruch ein, weil sie nicht beteiligt worden sei - doch das Regierungspräsidium lehnte ab. Ende Februar 2017 kam es zum Brand im Flachbau-Teil. Erst hatte der Kreis Streit mit der Versicherung. Und in dieser Phase der Verzögerung einer Sanierung meldete die Cronstetten-Stiftung nach einem Tipp aus der Gemeinde Interesse an dem Haus an. Der Verkauf ging vor gut zwei Jahren über die Bühne. wein

Auch interessant

Kommentare