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Liebe auf den zweiten Blick

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Von: Torsten Weigelt

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Hans Friedrich Glamann stellt sein Buch über Sulzbach vor.
Hans Friedrich Glamann stellt sein Buch über Sulzbach vor. © Müller

Hans Friedrich Glamann hat eine Ortsgeschichte der Gemeinde geschrieben

Es war keine Liebe auf den ersten Blick“, sagt Hans Friedrich Glamann. Eine ganze Weile habe es gedauert, bis er und seine Familie sich in das auf den ersten Blick eher unscheinbare Sulzbach verguckt hatten. Doch manchmal sind solche Beziehungen die intensivsten. Und so dürfte sich inzwischen kaum jemand so gut in der Geschichte der Gemeinde auskennen wie Glamann.

Auf Anregung des damaligen Ersten Beigeordneten Claus Heide (CDU) habe er sich 2007 an die Arbeit gemacht, erzählt der promovierte Pharmazeut Glamann, der nach seiner Pensionierung noch einmal die Uni-Bank drückte, um Geschichte zu studieren.

Ziel war, bis 2010 ein Buch über die Entwicklung der Gemeinde vorzulegen, die damals 975 Jahr-Feier hatte. Das gelang aber nur teilweise. Denn der 73-Jährige durchstöberte Archive, sprach mit alten Sulzbachern, sicherte sich die Unterstützung des örtlichen Geschichtsvereins – „und plötzlich hatte ich 800 Seiten“. Und damit mehr als doppelt so viel, wie der Umschau-Verlag kalkuliert hatte. „Da war uns klar, dass ein Band nicht reichen wird“, sagt Verlagsleiter Michael Vogel.

Und so erscheint nun – zwei Jahre nach dem Gemeindejubiläum – Band zwei der Ortsgeschichte. Auf mehr als 370 Seiten beschreibt Hans Friedrich Glamann darin die Entwicklung „vom Haufendorf zur Großgemeinde“, wobei der Schwerpunkt auf den kommunalen Einrichtungen seit dem Zweiten Weltkrieg liegt.

Was deutlich trockener klingt, als es ist. Zumal der Band mit reichlich Fotos versehen ist, die zum Teil noch nirgendwo veröffentlicht worden sind. Da dürften gerade in den Kapiteln zu den Schulen und Vereinen viele Sulzbacher sich selbst oder gute Bekannte wiedererkennen.

Außerdem habe er sich bemüht, immer einen „Blick über den Gartenzaun“ zu werfen, betont der Autor. So betrachtet er die Entwicklung Sulzbachs als „symptomatisch für viele Gemeinden im Vordertaunus“. Zudem hat er so oft wie möglich die „kleine“ Sulzbacher Geschichte in die allgemeine Entwicklung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg eingebettet. Denn vor allem mit dieser Periode befassen sich die beiden Bände – im ersten geht es um Besiedlung und Bevölkerung. Es gibt aber auch immer wieder Exkurse in die fernere Vergangenheit, sogar in die Steinzeit.

Obwohl die beiden Bände insgesamt rund 700 Seiten umfassen, dürfte das manchem sogar noch zu wenig sein, befürchtet Hans Friedrich Glamann. So habe er von den rund 60 Vereinen im Ort nur 14 ausführlicher vorstellen können. „Da wird sicher der eine oder andere kommen und fragen: Warum wir nicht?“

Doch bei einem noch größeren Umfang wäre der Preis von 22,90 Euro nicht zu halten gewesen. Ohnehin subventioniere die Gemeinde schon den Verkauf des Buches, das zunächst in einer Auflage von 1000 Stück erscheint, teilt Bürgermeisterin Renate Wolf (SPD) mit.

Hans Friedrich Glamann „Sulzbach (Taunus) - Tradition trifft auf Moderne. Vom Haufendorf zur Großgemeinde“, Bd. 2 „Entwicklung kommunaler Einrichtungen“, Umschau Verlag, ISBN: 978-3-930007-31-8.

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