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Lernen in der Einflugschneise

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Der Erweiterungsbau der Riedschule soll im Herbst fertig sein.
Der Erweiterungsbau der Riedschule soll im Herbst fertig sein. © Martin Weis

Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Wolfgang Kollmeier informiert über Schulbauprojekte in Flörsheim und Hattersheim.

Von Jöran Harders

Es seien vor allem drei Aspekte, die bei der Sanierung und beim Neubau von Schulen eine Rolle spielen, sagt Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Wolfgang Kollmeier (CDU). „Wir brauchen für unsere Schulen Gebäude, die energiesparend sind und sowohl den Anforderungen für den Ganztagsunterricht als auch für die Inklusion gerecht werden“, erklärt Kollmeier.

Sowohl die Ganztagsangebote, die es mittlerweile an sehr vielen Schulen gibt, als auch der inklusive Unterricht, das heißt, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülern, erfordern spezielle Räume: So sind Speisesäle mit Küche, Gruppenräume oder Bibliotheken mit Computerarbeitsplätzen bei Schulneubauten und -erneuerungen heute Standard. Im Main-Taunus-Kreis werden zudem alle neuen Schulen in der besonders energiesparenden Passivhausbauweise errichtet.

In Flörsheim komme zu diesen Anforderungen noch eine vierte hinzu, wie Kollmeier feststellt: „Wegen des Fluglärms achten wir hier auf eine gute Schalldämmung.“ All diese Kriterien erfüllt der Erweiterungsbau der Riedschule, der im Herbst fertig sein soll. Dafür, dass er überhaupt gebaut werden durfte, brauchte der Kreis eine Sondergenehmigung. Denn die Riedschule befindet sich in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens. Der zweistöckige Neubau ersetzt drei kleinere Gebäude, die abgerissen wurden. In ihm befinden sich sechs Klassen- und zwei Gruppenräume, eine Lehrküche, die Schulbücherei, ein Speisesaal und eine Pausenhalle, die sich mittels einer faltbaren Wand vergrößern lässt und so auch für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Der Altbau der Riedschule wurde saniert und auch der Schulhof wurde mit Spiel- und Klettergeräten neu gestaltet. Insgesamt kostet die Schulerweiterung und -erneuerung etwa 10,8 Millionen Euro. Davon sind knapp 6 Millionen Euro für das neue Haus veranschlagt.

Weitaus mehr Geld – nämlich rund 23 Millionen Euro – investiert der Main-Taunus-Kreis in das Graf-Stauffenberg-Gymnasium, das im Zuge eines groß angelegten Umbaus ebenfalls vergrößert und dabei komplett umgestaltet und umfassend modernisiert wird. Die Bauarbeiten laufen bereits seit 2011 während des regulären Schulbetriebs und sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Ein Teil des Unterrichts findet in mobilen Wohncontainern statt, die als Klassenräume eingerichtet sind. Diese Container hat der Kreis gekauft, um sie überall dort, wo es erforderlich ist, als Ersatz- oder Zusatz-Klassenzimmer einsetzen zu können.

Er habe „einen richtigen Schreck bekommen“, als er das Stauffenberg-Gymnasium vor vier Jahren das erste Mal betreten habe, erinnert sich der Architekt Hubertus Sander, dessen Büro bei einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für das Bauprojekt erhalten hat. Grund für den Schrecken sei der triste und abweisende Eindruck gewesen, den das alte Schulgebäude gleich auf den ersten Blick gemacht habe. „Vor allem war es im Altbau sehr dunkel“, sagt Sander. Deshalb sei es von Anfang an sein Ziel gewesen, nicht nur für mehr, sondern vor allem auch für hellere Räume zu sorgen.

Bis Jahresende fertig

„Wenn es in der Schule hell und freundlich ist, wirkt sich das auch positiv auf die Stimmung der Schüler aus“, ist Sander überzeugt. Bis zum Ende des Jahres soll der Umbau abgeschlossen sein. Dann werden Lehrer und Schüler das Gymnasium durch ein großes Foyer betreten, das von der Bürgermeister-Lauck-Straße her zugänglich ist. Der bisherige etwas versteckte Haupteingang bleibt als Nebeneingang erhalten. Von außen bekommt die Schule, die bisher aus vier Bauteilen bestand, von denen drei aus den 1970er Jahren entstanden sind, durch die Aufstockung des einstöckigen Gebäudeteils ein einheitliches Aussehen.

Zwei der vier alten Gebäude wurden abgerissen und durch Neubauten ersetzt. In denen gibt es jetzt eine große Bücherei, eine Mensa mit rund 100 Plätzen, moderne Naturwissenschafts-Fachräume zwei Hörsäle und einen Musikraum. Die Aula wurde erhalten, kann aber mit Hilfe einer neu eingebauten faltbaren Wand zu einem neu geschaffenen zweiten Foyer hin auf die doppelte Größe erweitert werden.

Bereits fertig ist der Umbau der Eddersheimer Grundschule. Sie wurde für 3,3 Millionen Euro komplett entkernt und von Grund auf saniert. Kurz vor der Vollendung stehen drei weitere Bauprojekte im Kreis: Eine Erweiterung der Regenbogenschule in Hattersheim mit mobilen Containern und der Bau neuer Sporthallen an der Eppsteiner Comeniusschule und an der Main-Taunus-Schule in Hofheim.

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