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Ein Leben für das Ehrenamt

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Von: Kerstin Prosch

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Verdienstmedaille für Eitel Mahr

Wer einen Blick auf die Liste der vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten von Eitel Mahr wirft, fragt sich vor allem eins: Wie hat der Mann, der jetzt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt, das alles geschafft? Der 77-Jährige lächelt. „Alles eine Frage der Zeiteinteilung.“ Außerdem sei wichtig, dass einem Spaß macht, was man tut.

Mahr ist im erweiterten Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins Wildsachsen. Der gebürtige Wiesbadener, der in Wildsachsen aufwuchs und dort auch später lebte, interessiert sich für die Vergangenheit – auch die der eigenen Familie. „Die Mahrs kamen 1632 von Fulda ins Ländchen“, hat er recherchiert. Seine Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft. Als er 1948 aus der Schule kam, half er dort mit.

Fünf Jahre später bat der Oberförster, ein Freund der Familie, ihn darum, hier und da mit Hand anzulegen. So sei er in eine Berufsbranche hineingewachsen, der ihm über Jahrzehnte große Freude bereitete. Insgesamt 43 Jahre war er beim Forstamt Hofheim – aus Liebe zur Natur.

Schnell kristallisierte sich heraus, dass es Eitel Mahr große Freude macht, anderen – vor allem jungen Leuten – etwas beizubringen. 1978 wurde er Forstwirtschaftsmeister und kümmerte sich um die Ausbildung des forstlichen Nachwuchses. „Das war fantastisch“, schwärmt er.

Er engagierte sich außerdem im Personalrat des Forstamtes Hofheim und war eine Zeit lang Mitglied des Forstamtsausschusses. Darüber hinaus bildete er in seiner Freizeit Mitglieder der Feuerwehren aus dem Main-Taunus-Kreis und dem Hochtaunuskreis sowie Mitarbeiter der Autobahnmeisterei, der Straßenmeistereien, der Bauhöfe und andere im korrekten Umgang mit der Motorsäge aus. „Das ist das heikelste Gerät auf dem ganzen Arbeitsmarkt“, sagt er. Die Ausbildung übernahm er 18 Jahre lang ehrenamtlich. In der Zeit half er beispielsweise vielen Feuerwehrleuten, nach einem Sturm umgestürzte Bäume zu entfernen, ohne sich selbst zu gefährden.

„Insgesamt habe ich rund 1500 Leute geschult, die bis heute keinen Unfall hatten.“ Darüber hinaus engagierte sich Eitel Mahr zwischen 1974 und 2010 als Ortsgerichtsschöffe – ein Ehrenamt, das er sehr interessant fand. Ebenfalls aktiv war und ist er im Jagdklub Main-Taunus. Jäger ist er seit 1968. Schon sein Großvater sei Jäger gewesen. Ausschlaggebend für sein eigenes Engagement sei aber seine Arbeit im Forstamt gewesen.

Bereits seit 1965 ist der heute 77-Jährige bei den Jagdhornbläsern des Jagdklubs Main-Taunus. Das Jagdhorn habe ihn immer fasziniert. Schon sein Vater sei sehr musikalisch gewesen und habe fünf Instrumente gespielt. „Das war mir also in die Wiege gelegt.“ Von 2003 bis 2009 war Eitel Mahr stellvertretender Kreisjagdberater. Bis heute mischt er bei der Ausbildung der Jungjäger mit – im Main-Taunus- und Hochtaunuskreis. Ebenfalls aktiv war er von 1961 bis 1997 im Kirchenvorstand der evangelischen Kirche.

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