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Ein langer Weg

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Der Radweg an der B455 ist endlich fertig gestellt - nach 20 Jahren. "Es ist ein historischer Tag", sagt Kelkheims Bürgermeister Thomas Horn (CDU) bei der Eröffnung. Von Franziska Richter

Von Franziska Richter

Sicher haben ihn einige Radfahrer am Wochenende bereits genutzt: Den neuen Radweg an der Bundesstraße 455 zwischen Eppstein und dem Kelkheimer Stadtteil Fischbach. Ein kleinerer Teil der insgesamt 1,4 Kilometer sowie eine Betonbrücke über den Fischbach sind bereits im Jahr 2008 fertiggestellt worden.

Von Mai bis September dieses Jahres wurden die fehlenden 900 Meter Radweg gebaut und ein Teil der Fahrbahn versetzt. Sogenannte Gabionen, mit Steinen gefüllte Drahtkörbe, verhindern das Abrutschen des Hangs auf die Fahrbahn.

"Es ist ein historischer Tag", sagte Kelkheims Bürgermeister Thomas Horn (CDU) bei der Eröffnung. "Bereits 1989 wurde eine Anfrage zu einem Radweg an den Magistrat gerichtet", sagte er. Nach 20 Jahren sei er nun endlich realisiert. Es sei der große Verdienst der Städte Eppstein und Kelkheim: "Ohne das engagierte Eintreten beider Seiten würden wir hier nicht stehen."

Lange Zeit galt der Radweg wegen der Schieferformationen und der sensiblen Waldrandflora als nicht realisierbar. Die Städte hatten im Jahr 2001 eigenes Geld in die Hand genommen und mit Hilfe eines Fachbüros sowie überörtlichen Behörden die Planung des Radweges übernommen.

Eine Auseinandersetzung hatte es mit den Inhabern des Restaurants "Fischbachtal" gegeben, da die B455 während der Bauarbeiten in diesem Jahr voll gesperrt werden musste. Dadurch war das Restaurant nur von einer Seite erreichbar. "Wir haben in dieser Zeit etwa 40 Prozent unseres Umsatzes verloren", klagte Roberto Madera. Er führt das Restaurant seit 26 Jahren gemeinsam mit seinem Bruder Pasquale.

"Sicherheitsauflagen haben die Vollsperrung notwendig gemacht", kommentiert dies Dieter Klussmeier, Leiter des Amts für Straßen- und Verkehrswesen in Frankfurt. Beide Seiten schauen nun nach vorne: "Wir sind froh, dass es vorbei ist und hoffen, dass das Geschäft sich wieder normalisiert", sagt Roberto Madera.

Beton statt Holz

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 360 000 Euro für den ersten und 1,3 Millionen Euro für den zweiten Bauabschnitt. Damit seien die geschätzten Kosten eingehalten worden, sagte Klussmeier. Kritik an der Betonbrücke, die den Radweg über den Fischbach umleitet, wies er zurück: "Sie ist zwar teurer, hält aber dafür länger als eine Holzbrücke."

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