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Der Landesvater in seiner Heimat

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Der geschäftsführende Ministerpräsident Roland Koch (CDU) im Wahlkampf.
Der geschäftsführende Ministerpräsident Roland Koch (CDU) im Wahlkampf. © dpa

Im Pfarrzentrum von Kelkheim-Münster werden die Stühle knapp: Roland Koch eröffnet den Wahlkampf im Main-Taunus-Kreis. Von Franziska Richter

Von FRANZISKA RICHTER

Ein voller Saal, ein Glas Orangensaft, viele Parteifreunde und ein Platz mitten unter ihnen: Roland Koch (CDU) macht Wahlkampf, und er wirkt rundum zufrieden. Im katholischen Gemeindezentrum St. Dionysius in Kelkheim gibt es am Sonntagvormittag beim Frühstück zum Wahlkampfauftakt längst nicht genug Sitzplätze für die vielen Anhänger der hessischen Christdemokraten und des amtierenden Ministerpräsidenten.

Auch Roland Koch erhebt sich immer wieder. Erwünscht hier ein frohes neues Jahr, er schüttelt da eine Hand: Er nutzt die Zeit, in der ein funktionierendes Mikrofon gesucht wird. "Hier im Main-Taunus-Kreis ist meine Heimat, ich kenne fast jeden, ob in einer Partei oder im Verein", sagt er. Daher falle es ihm leicht, "die Dinge zu übersetzen", in die Sprache der Landespolitik.

Er sei eben ein ganz normaler Wahlkreisabgeordneter: "Das nehme ich sehr ernst." Nun zum Auftakt des Wahlkampfes "will ich meine Leute, meine Freunde und Nachbarn mobilisieren, zur Wahl zu gehen." Die Wähler im Main-Taunus-Kreis wolle er über Themen erreichen: "Wir sind hier nicht abgekoppelt von Hessen."

Wirtschafts- und bildungspolitische Fragen seien genauso wichtig wie der Flughafenausbau oder der Bau der B 519 neu. "Seit ich politisch aktiv bin, ist das ein Thema; wichtig ist doch, dass jetzt mit einem fairen Verfahren eine Entscheidung getroffen wird", sagt Koch. Die CDU habe hier eine klare Position.

Mit einem ordentlichen Satz springt Koch wenige Augenblicke später auf die Bühne - als zweiter Redner, denn zuvor war der zweite Spitzenkandidat der hessischen CDU, ihr parlamentarischer Geschäftsführer Axel Wintermeyer, zu Wort gekommen. "Was die hessischen Landesregierung in den Main-Taunus-Kreis investiert hat, ist vorbildlich", hatte er dem Saal verkündet. 19 Millionen Euro wolle eine CDU-geführte Regierung "für Bildungsmaßnahmen im Main-Taunus-Kreis bereitstellen".

Bis auf einen kurzen Schwenk zu G 8 - "hier haben wir zugegebenermaßen zuviel auf einmal gemacht" - , ein Nein zur Einheitsschule und ein Lob der Betreuungssituation im Main-Taunus-Kreis widmet sich Koch vor allem wirtschaftlichen Fragen: der Finanzkrise, dem Wirtschaftsstandort Rhein-Main, dem Flughafen. "Wo liegen sie, die Wurzeln des Wohlstands?" fragt er.

Nebenbei stichelt er gegen die SPD - "Isch will Ministerpräsident werden", "Wo Thorsten Schäfer-Gümbel draufsteht, ist Andrea Ypsilanti drin" - und erinnert an das gebrochene Wahlversprechen der Sozialdemokraten. Im Gemeindesaal in Kelkheim bekommt er dafür stehenden Applaus.

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