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Von der Kurklinik zur Psychiatrie

Hofheim Seit zehn Jahren finden psychisch Kranke in der Fachklinik Hilfe

Die besondere Atmosphäre der alten Kurklinik mit ihrem Jugendstilbau und dem verwunschenen Park trägt einen Teil zur Genesung bei", ist Stephan Volk überzeugt. Denn wer psychische Krankheiten heilen wolle, müsse den ganzen Menschen sehen, betont der Chefarzt der Hofheimer Fachklinik. Vor zehn Jahren begann Volk mit der Umstrukturierung der Kurklinik zu einem modernen Krankenhaus, in dem psychisch Kranke in der Nähe ihres Wohnortes betreut werden können. Heute werden in dem 40-Betten-Haus jedes Jahr 650 Patienten stationär aufgenommen, dazu kommen 2200 Kranke, die ambulant dort behandelt werden.

Setzte man noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf frische Luft, erbauliche Musik und gutes Essen, um Depressionen zu vertreiben, ist es heute vor allem die Psychotherapie, die erfolgreich gegen diese verbreitete Krankheit angewendet wird. Auch die Fachklinik legt ihren Schwerpunkt auf diese Behandlungsmethode. "Medikamente werden bei uns so wenig wie möglich eingesetzt", erklärt Stephan Volk. Künftig werde der therapeutische Ansatz eher noch wichtiger, glaubt der Arzt. "Eine Psychotherapie ist sicherlich genau so effektiv wie die Gabe von Medikamenten." Zeit und Geduld seien dabei allerdings erforderlich.

Schnell einen Termin bekommen

Im Durchschnitt bleiben die Patienten heute 24 Tage in der Fachklinik. Vor zehn Jahren waren es noch 40 Tage. Dass es mittlerweile aus Kostengründen schneller gehen muss, hat zur Folge, dass 12 Prozent der Patienten zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal behandelt werden müssen - vor zehn Jahren lag diese "Wiederaufnahmerate" noch bei 5 Prozent. Die Zahl der Deutschen, die an einer Depression leiden, hat sich in diesem Zeitraum auf etwa 4 Millionen verdoppelt. "Aber nur 15 Prozent der Kranken werden auch tatsächlich behandelt", bilanziert Volk. Um mehr Depressiven helfen zu können, setzt die Fachklinik auf enge Zusammenarbeit mit den Hofheimer Ärzten und anderen Kliniken in der Region. "Das Ziel ist es, so schnell und einfach wie möglich für jeden Patienten einen Termin zu bekommen."

Leichtere Depressionen werden grundsätzlich ambulant behandelt. "Wenn ein Klinikaufenthalt notwendig ist, ist es unsere wichtigste Aufgabe, die Menschen wieder zurück in das Leben außerhalb des Krankenhauses zu führen." Zum Jubiläum der Psychiatrie gibt es in der Kurhausstraße 33 am Samstag, 6. September, einen Tag der offenen Tür mit Vorträgen und Aktionen zum Mitmachen. An diesem Tag ist die Klinik von 11 bis 17 Uhr geöffnet. jöh

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