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Kurgeschichten

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Von: Andrea Rost

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Eine Ausstellung im Alten Kurpark lässt die Historie der Bäder im Taunus lebendig werden. Am Samstag ging der erste Geschichtstag in der Trinkhalle am Quellenpark über die Bühne.

Rohre, die vom hohen Mineralgehalt des aus dem Boden sprudelnden Wassers zerfressen sind, ein Modell des 1912 erbauten Burgberginhalatoriums, Arbeiterinnen der Sodener Pastillenfabrik auf einem alten Schwarz-Weiß-Foto, ein Füllapparat aus dem Bad Vilbeler Luisenbrunnen und Flaschen, in denen einst Mineralwasser transportiert wurde – die Ausstellung, die zurzeit im Badehaus im Alten Kurpark zu sehen ist, spannt einen weiten Bogen von den geologischen und technischen Voraussetzungen der Wassergewinnung bis zur Bedeutung des Mineralwassers für den Kurbetrieb. „Mineralwasser aus dem Taunus – Brunnen und Bäder zwischen Weilbach und Rosbach“ ist der Titel der Schau in der Stadtgalerie. Als Gemeinschaftsprojekt des Hochtaunus-Kreises und der Stadt Bad Soden wurde sie konzipiert.

Gemeinschaftlich geplant haben Landkreis und Stadt auch den ersten Geschichtstag für Taunus und Main, der am Samstag in der Trinkhalle am Quellenpark über die Bühne ging. Gut 100 Geschichtsinteressierte kamen und verfolgten die Vorträge über die Bäder zwischen Taunus und Main – Königstein, Bad Weilbach, Bad Homburg und Bad Soden.

Historiker Gunther Krauskopf blickte zurück auf die Anfänge der Kur im Dorf Soden nahe Frankfurt. Seit dem frühen 17. Jahrhundert kochten dort Bauern die Sole ab, um Salz zu gewinnen. Zwei Salzwerke gab es bis ins 19. Jahrhundert; dass der „Sodener Gesundbrunnen“ Wirkung zeigte, bestätigte erstmals ein Befund von Bernhard Gladbach im Jahr 1791. Das Sodener Wasser war damals schon längere Zeit zur Trinkkur in Frankfurt verkauft worden. Es sollte gegen Lungenkrankheit helfen. Nachdem die Eisenbahnlinie gebaut war, kamen immer mehr Kurgäste nach Soden, darunter auch berühmte Künstler wie Mendelssohn-Bartholdy, Turgenew und Tschaikowsky.

Niedergang ab 1990

Im Vergleich zu anderen Bädern waren die Kureinrichtungen in Soden eher bescheiden. Der Ort, so berichtete Kulturamtsleiter Marc Nördlinger, sei stets ein Bürgerbad geblieben. Die Kurgäste wohnten in kleineren Hotels und Privatpensionen. Neben Kurhaus, Kurpark und Badehaus gab es nicht viel Abwechslung; ein Spielkasino wurde nie gebaut.

Nach den beiden Weltkriegen gab es eine zweite und dritte Blüte des Kurortes Bad Soden, der 1947 zur Stadt erhoben wurde. Strukturreformen im Gesundheitswesen in den 1990er Jahren bescherten der Kur allerdings kräftige Defizite. 2001 wurde der Kurbetrieb in Bad Soden endgültig abgewickelt.

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