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Kunst, Kino und Kurse

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Das Volksbildungswerk legt sein neues Programm vor. Von Eva Marie Stegmann

Von Eva Marie Stegmann

Bei Dorothea Schücking-Heinig gibt es am Kursende immer Waffeln. Die Holzschüssel, die ihre fleißigen Schülerinnen bemalen sollen, hat sie auf einem Antikmarkt im Ausland besorgt. "Was ganz Besonderes, alles an einem Stück", sagt sie und dreht die Schüssel zur Veranschaulichung mehrmals hin und her, streicht behutsam über das Holz.

Schücking-Heinig leitet den Kurs Bauernmalerei seit Jahren. Die Dame trägt beige Schürze über geblümtem Hemd und lehrt, wie man Schalen, Ordner oder Mappen mit Blumen verziert. Geblümt ist nun auch die Holzschüssel. In dem Seminarraum im Eschborn K sitzen an diesem Tag 14 Japanerinnen und üben unter fachkundiger Anleitung von Schücking-Heinig die deutsche Folklore-Malerei. Dass nur die Japanerinnen bei der Bauernmalerei die Pinsel zücken, habe sich irgendwann so ergeben, erzählt Gabrielle Gerlach, die das Kurs- programm zusammenstellt.

Dorothea Schücking-Heinigs Waffeln, die Blumen, die Japanerinnen - all das wird bleiben. Auch ab September, im neuen Trimesterprogramm des Eschborn K, dem Ort für Kleinkunst, Kino und Kurse in Eschborn.

Doch vieles ändert sich auch. "Versuche", nennt es Ottmar Schnee, ehrenamtlicher Mitarbeiter. Einer dieser Versuche ist eine neue Art von Vorverkauf. Freitags und samstags könne man ab September Karten für Veranstaltungen der nächsten vier Wochen erhalten. Musikalisch wagt sich das Team mit der 30-köpfigen Gospelgruppe "Voice Affair" auf neues Gebiet. "Am Ende stehen dann mehr auf der Bühne als im Zuschauerraum", scherzt Schnee.

Im neuen Gewand präsentiert sich das Spielfilmfestival, diesmal mit dem Titel "Schatten". Es wird philosophisch: "Mit Licht und weniger Licht wird ein Bild erzeugt, das man für Realität hält. Ähnlich wie in Platons Höhlengleichnis", sagt Schnee. Zum ersten Mal gibt es außerdem Events an Feiertagen. "Wir reagieren immer sehr sensibel und schnell darauf, wie unser Programm angenommen wird", erklärt er. Deshalb konzipiert das Team sein Programm auch jedesmal nur für ein Trimester - statt eines ganzen Semesters.

Spezielle Ideen realisieren

"Es ist spannend, Experimente machen und ungewöhnliche Ideen verwirklichen zu können", sagt Ottmar Schnee, der seit seiner Studienzeit im Eschborn K arbeitet. Und falls es den Zuschauern nicht gefällt, streichen die Mitarbeiter es im nächsten Trimester einfach vom Plan. Eine dieser Ideen ist der Performance-Abend "Zeit bleibt" in Kooperation mit Schülern des Städel, die vor den Augen des Publikums einen Raum künstlerisch gestalten werden. Die Ergebnisse bleiben und liefern den Stoff für eine anschließende Ausstellung.

"Uns ist es wichtig, für jeden Geschmack etwas dabeizuhaben - und das haben wir", kündigt Gabrielle Gerlach an. So steht neben Kochkursen und dem Kabarett gegen Diätwahn "Ein Bauch ist schon mal ein Ansatz" ein Abnehmkurs auf dem Plan.

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