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Kunden staunen über flotte Mode

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Eine der beiden Fillialen des Hofheimer Geburtstagskindes: der Anziehpunkt in Hattersheim.
Eine der beiden Fillialen des Hofheimer Geburtstagskindes: der Anziehpunkt in Hattersheim. © Müller/FR

Der Second-Hand-Laden "Anziehpunkt" besteht seit zehn Jahren - und freut sich über Nachahmer. Von Mirjam Ulrich

Von Mirjam Ulrich

Bei Säuglingsbekleidung und Regenhosen für Kinder greifen die Kunden immer schnell zu. Auch Herrenschuhe und -hosen sind im Second-Hand-Laden "Anziehpunkt" in der Hofheimer Innenstadt sehr gefragt.

"Die Herren tragen erfahrungsgemäß ihre Kleidung immer bis sie auseinanderfällt, daher bekommen wir nicht so viel davon gespendet", sagt Edith Kirchner, die den Laden leitet. Bei Damenkleidung in kleinen Größen sei das Angebot hingegen besonders groß, und auch Jugendliche staunten oft über die modischen Sachen, die es im "Anziehpunkt" für wenig Geld zu kaufen gebe.

Den Second-Hand-Laden gründete der Caritasverband Main-Taunus vor zehn Jahren. Anlass war, eine Aufforderung des damaligen Limburger Bischofs Franz Kamphaus , werdende Mütter zu ermutigen, trotz materieller Schwierigkeiten nicht abzutreiben.

Die Caritas suchte daher nach einer Möglichkeit, preiswerte Kleidung und Erstausstattung für Babys und Kleinkinder anzubieten. Jedoch sollte es keine Kleiderkammer am Rande der Stadt sein - der Laden zog in ein leerstehendes Kino an der Hauptstraße. Die Stadt gab einen Zuschuss von 30 000 Euro, auch der Lions Club half bei der Finanzierung.

Außer der Leiterin Edith Kirchner und drei geringfügig Beschäftigten arbeitet ein Team von 40 Frauen ehrenamtlich im Laden. Sie nehmen die gespendeten Kleider an, sortieren sie und zeichnen sie mit Preisen aus. Hosen kosten fünf, Blusen und Hemden drei Euro. Röcke gibt es für 4,50 Euro, Unterwäsche für 25 bis 50 Cent. Für einen Pullover werden je nach Qualität zwischen drei und sechs Euro verlangt, bei Lederwaren oder Pelzen können es auch bis zu 20 Euro sein.

Die Kunden stammen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet, weiß Edith Kirchner aus Kundenbefragungen. "Die Leute suchen bei uns das, was sie anderswo nicht finden." Manch Schnäppchenjäger sei darunter, und sogar Touristen aus England und Australien hätten schon im "Anziehpunkt" eingekauft. Viele ihrer Kunden müssten aber einfach aufs Geld achten.

Gewinn wird gespendet

Ein Teil des Verkaufserlöses des "Anziehpunkts" kommt seit 2002 einem Hilfsfonds zugute. Im vergangenen Jahr gingen auf diese Weise 14 000 Euro an 48 hilfebedürftige Familien oder Einzelpersonen im Main-Taunus-Kreis.

Das Geschäft mit den gebrauchten Kleidern läuft in Hofheim so erfolgreich, dass der Caritasverband in Schwalbach und Hattersheim zwei weitere Second-Hand-Läden eröffnet hat. Auch in anderen Caritasverbänden fand das Vorbild inzwischen Nachahmer. Womöglich wird der älteste "Anziehpunkt" im Main-Taunus-Kreis auch mit der neuesten Idee Schule machen: eine eigene Kundenkarte ist geplant.

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