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Kultur mit Konzept

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Von: Kerstin Prosch

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Die Zukunft des Hochheimer Hofs ist gesichert.
Die Zukunft des Hochheimer Hofs ist gesichert. © Rolf Oeser

Boris Lauer ist neuer Besitzer des Hochheimer Hofs und hat viele Pläne

Die Zukunft des Hochheimer Hofs ist gesichert: Boris Lauer aus Wiesbaden hat am Donnerstag den Zuschlag für das denkmalgeschützte Ensemble bekommen. Der gebürtige Hochheimer hatte bei der Zwangsversteigerung vor dem Wiesbadener Amtsgericht 475000 Euro geboten. Das sind weniger als 70 Prozent des Verkehrswerts der Immobilie.

Der Wiesbadener Rechtsanwalt und Insolvenzberater Sascha Mertes zeigte sich gestern über die Entwicklung hocherfreut. „Für Hochheim ist das ein großer Gewinn“, sagte Mertes, der in den vergangenen Monaten intensiv nach einer Lösung für den Hochheimer Hof gesucht hatte. Lauer werde nicht nur die bestehende Gastronomie erhalten, sondern das altehrwürdige Ensemble auch kulturell beleben.

Der neue Besitzer kennt den Hochheimer Hof bereits von Kindesbeinen an. „Mich reizt der Erhalt historischer Objekte“, sagt der 43-Jährige, der 33 Jahre seines Lebens in der Sekt- und Weinstadt zu Hause war. Nun wohnt er in Wiesbaden. Dort hat er vor einigen Jahren im Stadtteil Igstadt die Alte Ziegelei erworben und aufwendig saniert. In den Räumen ist das Atelier B. Lauer untergebracht.

Gastronomie soll bleiben

Am Erwerb eines historischen Objekts in seiner alten Heimat Hochheim ist Lauer bereits seit rund zehn Jahren interessiert. Als der Hochheimer Hof erstmals zum Verkauf stand, steckte er aber mitten in der Sanierung der Alten Ziegelei. „Diesmal hat es gut gepasst“, freut sich der neue Eigentümer, der nun als Erstes einen Pachtvertrag mit der Familie Weiß schließen will, die weiterhin die Gastronomie betreiben soll.

In einem zweiten Schritt soll ein stimmiges Konzept zur kulturellen Belebung des Hochheimer Hofs erarbeitet werden. An Symposien, Kulturtage und Vernissagen sei ebenso zu denken, wie an Kleinkunstveranstaltungen. Immerhin war im Hochheimer Hof über viele Jahre hinweg das erfolgreiche „Theater im Keller“ (TiK) beheimatet.

Ein neuer Treffpunkt

„Mir geht es darum, die Kultur wieder zu puschen“, sagt Lauer. Zugleich solle ein lokaler Hochheimer Treffpunkt entstehen. Wichtig sei, ein Konzept zu erstellen, dass auch wirklich Hand und Fuß habe. Sei es fertig, könne es sofort umgesetzt werden. Große Renovierungsarbeiten seien im Hochheimer Hof nicht notwendig.

Bei der Erarbeitung des Konzepts will der gebürtige Hochheimer bisherige Erfahrungen einbringen. Der 43-Jährige arbeitete zunächst als Bühnenbildner und gründete dann ein Dekorationsbauunternehmen, das er allerdings wieder verkaufte.

Sein Atelier erstellt Konzeptionen, Kreationen und Installationen für Unternehmen, die zum Beispiel neue Produkte bewerben oder sich auf Messen präsentieren wollen.

Bürgermeisterin Angelika Munck (FWG) begrüßt die Pläne des neuen Inhabers des Hochheimer Hofs. Für die Stadt, die einen Schwerpunkt bei den Themen Tourismus und Stadtmarketing setze, sei es gut, dass das Gebäude belebt bleibe.

Die Rathauschefin freut sich darüber hinaus auch für die Familie Weiß. „Die können jetzt aufatmen.“

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