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Kultur in den Adern

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Stefan Käck ist neuer Leiter des Hattersheimer Kulturforums.
Stefan Käck ist neuer Leiter des Hattersheimer Kulturforums. © FR/Surrey

Stefan Käck wird neuer Geschäftsführer des Hattersheimer Kulturforums. Kein Neuland für ihn - schließlich mischt er dort schon seit 14 Jahren mit. Von Gesa Fritz

Von GESA FRITZ

Stefan Käck ist ein Mann mit dem gewissen Näschen. Und seine Spezialität ist die Kultur. Wenn er durch die Lande zieht und Künstler für seine Heimatstadt engagiert, kann man sich ziemlich sicher sein, dass sie beim Hattersheimer Publikum auch Erfolg haben. "Ich weiß, wie der Laden läuft", sagt er selbstbewusst. Zur Zeit gehe vor allem Comedy. Clownstheater oder Ballett würden in Hattersheim floppen.

Bereits seit 14 Jahren mischt Käck als stellvertretender Geschäftsführer des Kulturforums bei den Abendveranstaltungen in Hattersheim mit. Im Februar übernimmt er den Posten des Geschäftsführers. Seine Stellvertreterin wird Ute Gillmann.

Der 39-Jährige hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er ist ein komödiantisches Talent und steht selbst immer wieder auf der Bühne. "Weil ich anderen eine Freude machen will", wie er sagt. Als Stimmenimitator kann Käck zahlreiche Prominente nachahmen, unter ihnen Helmut Kohl und Franz Beckenbauer. Auch als Diskjockey hat er sich schon versucht, und seit annähernd 25 Jahren tritt er als Büttenredner in der Fastnacht auf. "Ich hatte schon eine Anfrage von ,Mainz bleibt Mainz'", sagt er. Daraus geworden ist allerdings nichts. Seinen bislang größten Auftritt hatte er bei einer Benefizveranstaltung in der Alten Oper Frankfurt. Mit dabei auch Kabarettgrößen wie Urban Priol.

Stefan Käck pulsiert Kultur durch die Adern, er hätte sicher auch einen anderen beruflichen Weg einschlagen können. "Aber ich wollte eine sichere Sache", sagt er. So ist er in Hattersheim, dem kulturellen Herzen des Main-Taunus-Kreises, der richtige Mann an der richtigen Stelle.

Vor Käck liegt angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung kein leichter Job. "Obwohl sich alle gerne damit schmücken: Es wird schwer, das Angebot zu erhalten", sagt er. Auf 500 000 Euro beläuft sich der Jahresumsatz des Kulturforums. Immerhin 100 000 Euro trägt die Stadt. Weitere Gelder kommen von Sponsoren und aus den Veranstaltungs-Erlösen selbst. Käck fürchtet, dass das defizitäre Hattersheimer Kino im zwanzigsten Jahr seines Bestehens geschlossen werden muss. Mit nur 54 Posten zählt es zu den kleinsten in Deutschland. Vielleicht müsse auch für bislang kostenlose Veranstaltungen künftig Eintritt verlangt werden, um kostendeckend zu arbeiten, sagt er.

Schwarz sieht er die Zukunft der Hattersheimer Kulturszene allerdings nicht. "Wir sind einfach ein zu wichtiger Standortfaktor", sagt er. Und Pläne für noch attraktivere Angebote hat er auch parat. Er träumt von kulturellen Veranstaltungen an historischen Stätten in Hattersheim. So könnte er sich PoetrieSlam an der Kirche oder Streichkonzerte im Rosarium vorstellen.

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