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Kritik an Naturbad-Plänen

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Von: Torsten Weigelt

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Schwalbach Architekten stellen Entwürfe vor / Grüne kritisieren Augsburger

Scheitern die Schwalbacher Naturbad-Pläne an der Dachneigung der Umkleidekabinen? Daran jedenfalls haben sich die Vertreter der schwarz-grünen Koalition im Bauausschuss festgebissen, als die Planer Franz Griebel und Monika Barthel am Mittwochabend ihre Entwürfe für Bad und Gebäude präsentierten.

Die sehen eine Wasserfläche von 1340 Quadratmetern vor, aufgeteilt in drei Becken für Schwimmer, Nichtschwimmer und Kinder. Für ambitionierte Schwimmer gibt es vier 25-Meter-Bahnen. Wer eher an Wellness interessiert ist, kann eine Massagestation und Wasserspiele nutzen. Die kleinen Besucher bekommen eine Rutsche ins Wasser und einen Matsch-Spielplatz an Land geboten.

„Der Einsatz von Chemie entfällt“, benannte Franz Griebel einen großen Vorteil von Naturbädern, auf den sich sein Büro für Freiraumplanung seit 15 Jahren spezialisiert hat. Außerdem seien die Bau- und Betriebskosten wesentlich geringer als bei einem konventionellen Freibad. Gereinigt wird das Wasser nicht mit Chlor und aufwendiger Umwälztechnik, sondern von Mikroorganismen in einem Schilfbecken. Nötig sind lediglich vier Pumpen, die das gereinigte Wasser wieder in die Schwimmbecken transportieren.

Wie es in einem Naturbad mit der Algengefahr stehe, wollte Enrico Straka (UL) wissen. Dies sei kein Problem, erklärte Griebel, „wenn die Anlage ausreichend durchströmt wird“. Um trotzdem entstehende Algen zu beseitigen, müssten die Becken etwa 20 mal im Jahr gesäubert werden. „In der Regel können Sie aber bis auf den Grund in vier Meter Tiefe schauen“, versprach Griebel.

Als massives Problem identifizierten CDU und Grüne, die die Naturbad-Pläne bisher vorangetrieben hatten, die Funktionsgebäude mit Umkleiden und Duschen, die Monika Barthel vom Architektenbüro BZM aus Wiesbaden präsentierte. Denn deren Dächer neigen sich fast alle nach Norden. „Wir haben in Schwalbach einen Grundsatzbeschluss, dass alle Neubauten in Schwalbach für Solaranlagen geeignet sein sollen“, monierte CDU-Fraktionschef Christian Fischer – und damit nach Süden ausgerichtet.

Auf Nachfrage der Grünen-Vertreter erläuterte Monika Barthel, dass eine Umplanung acht Wochen dauern würde, wobei sie diese aus fachlichen Erwägungen nicht empfehlen könne. „Damit würden sie den ganzen Entwurf zerstören“, sagte Barthel. Da das Gelände selbst sich nach Süden neige, würden die Badegäste künftig auf die unattraktive „Rückseite“ der Gebäude schauen, die wiederum auf zwei Stockwerke erhöht werden müssten.

Der Grünen-Stadtverordnete Thomas Nordmeyer kritisiert Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) und den Magistrat für diesen „Planungsfehler“. Augsburger habe sich lange gegen das Naturbad-Projekt gestellt und die Architekten zu spät beauftragt.

Die entgegnete, dass der Zeitplan vom Parlament vorgegeben worden sei. „Außerdem geht für mich Gründlichkeit vor Schnelligkeit.“ Zudem habe es den Grundsatzbeschluss zur Dachneigung noch nicht gegeben, als der Auftrag erteilt worden sei.

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