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Zweiter Prozess um tödlichen Unfall

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Verfahren wird komplett neu aufgerollt

Kriftel - Am Mittwoch, 15. Februar, soll um 9.30 Uhr vor dem Landgericht Frankfurt der zweite Prozess gegen den Mercedes-Fahrer beginnen, der am 6. September 2015 an einem Zebrastreifen „Auf der Hohlmauer“ in Kriftel Silke Thielsch zunächst angefahren und dann zu Tode mitgeschleift hat. Dies hat der Sprecher des Frankfurter Landgerichts gestern auf Nachfrage gegenüber dieser Zeitung erklärt. Zehn Verhandlungstermine wurden bereits festgelegt.

Gleich zwei Tage nach dem Auftakt ist bereits der nächste Verhandlungstag angesetzt. Im März sind vier weitere Termine festgelegt, einer im April, zwei im Mai und noch einer am 1. Juni. Ob alle gebraucht werden oder eventuell noch weitere nötig werden, wird sich wohl erst im Laufe des Prozesses herausstellen. Verhandelt wird vor der 22. Strafkammer unter der Leitung des Vorsitzenden Richters Jörn Immerschmitt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat im April 2019 das erste Urteil des Frankfurter Landgerichts aufgehoben. Die 21. Strafkammer hatte 2018 den Angeklagten zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Richter des BGH kritisierten unter anderem, dass die Frankfurter Kollegen einen bedingten Tötungsvorsatz bei dem Mercedes-Fahrer abgelehnt hatten.

Nun werden sich andere Richter des Frankfurter Landgerichts ein eigenes Bild von dem machen, was am 6. September 2015 geschehen ist. Das Verfahren wird dabei komplett neu aufgerollt, „als würde der Reset-Knopf gedrückt“, hatte ein Sprecher des Landgerichts vor einiger Zeit einen Vergleich gezogen. Nach Aktenlage dürfen die Richter nämlich nicht entscheiden. Möglich, dass neue Zeugen gehört werden.

Angehörige und Freunde der Verstorbenen hoffen, dass nun endlich das furchtbare Geschehen juristisch aufgearbeitet und zum Ende gebracht wird. Bereits vor einem Jahr war der zweite Prozess angesetzt worden. Corona und dann vermutlich auch der enge Terminkalender des Gerichts hatten den Prozess platzen lassen.

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