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Parlament will Supermarkt in Ortsmitte

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Wichtige Anlaufstelle auch für Schulkinder und Jugendliche

Kriftel - Der Rewe-Markt in der Galeriepassage wird schließen. Das ist beschlossen und verkündet. Am Samstag, 3. Dezember, gehen nach 33 Jahren hier die Lichter aus. Alle Vermittlungsversuche, die vonseiten des Gemeindevorstands zwischen dem neuen Eigentümer und der Rewe-Gruppe angestrengt worden waren, liefen ins Leere. Nun sind die Sorgen groß, was aus dem Ladenlokal in der Ortsmitte wird. Das Gemeindeparlament hat bei seiner Sitzung am Donnerstagabend zumindest mal ein Zeichen gesetzt: Mit einem einstimmig beschlossenen Antrag aller Fraktionen richtet es einen Appell an „alle Beteiligten“ und ruft auf, die „berechtigten wirtschaftlichen Eigeninteressen zu überdenken und im Sinne des Gemeinwohls einen Kompromiss zu schließen“. Ziel soll sein, den Rewe City entweder doch noch zu erhalten oder „die Ansiedlung eines anderen Lebensmittelhändlers“ in dem Ladenlokal zu ermöglichen.

Für die vier Fraktionen CDU, SPD, FDP und Grüne stellte ausgerechnet der Liberale Florian Conrad den gemeinsamen Antrag vor - was noch einmal verstärkt, dass in dieser Sache wirklich alle politischen Vertreter der Krifteler einig sind, hier im Sinne der Bürger aktiv zu werden. „Es gibt niemanden, der den Rewe nicht lieber erhalten sähe“, formulierte Conrad, wenn die Schließung aber unabwendbar sei, dann sollte in jedem Fall aber wieder ein Lebensmittelmarkt in der Frankfurter Straße Nachfolger werden. Eine Einkaufsmöglichkeit in der Ortsmitte, die fußläufig erreicht werden könne, sei nicht nur für ältere, weniger mobile Menschen in Kriftel wichtig. Auch Schüler und Jugendliche hätten kürzlich im Rahmen der „Jugendwerkstatt“, wo es um Anliegen der jungen Generation ging, deutlich gemacht, wie wichtig es für ihre Altersgruppe sei, in relativer Nähe zu den Schulen Lebensmittel kaufen zu können. „Eigentum verpflichtet“, stellte der junge FDP-Fraktionschef fest. Alle, die hier Verantwortung trügen, sollten daher „auch mal übers Gemeinwohl nachdenken“.

Vor rund einem Jahr hatte das Ladenlokal in der Galeriepassage, in der es eine ganze Reihe von Eigentümern von Wohnungen und Ladenlokalen gibt, den Besitzer gewechselt. „Die Interessenlage ist sehr unterschiedlich“, weiß auch der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. Er hat sich entschlossen, in naher Zukunft das Gespräch mit allen zu suchen, denn was auch immer in dem zentralen Markt im Erdgeschoss geschieht, kann in dem großen Gebäude im Grunde niemandem egal sein. Dass von der künftigen Nutzung, die auch einen Leerstand umfasst, eine Wirkung auf die gesamte Immobilie und das Umfeld ausgeht, liegt auf der Hand.

Jirasek hat sich zudem erboten, weiter als Ansprechpartner für mögliche Interessenten zur Verfügung zu stehen und diese an den Eigentümer weiterzuvermitteln. Viel mehr kann die Gemeinde aber nicht tun. Umso dankbarer ist der Gemeindevorstand für den politischen Rückhalt beim Einsatz für einen Lebensmittler an dieser Stelle. Anbieter, die auf kleine Märkte spezialisiert sind, gibt es mittlerweile wieder mehr, weiß auch Jirasek. Allerdings muss schon allein dem Augenschein gemäß nach mehr als drei Jahrzehnten in die Geschäftsräume dringend investiert werden - zumindest, wenn hier ernsthaft die Absicht besteht, ein attraktives Ladengeschäft anzusiedeln, das als Frequenzbringer für die gesamte Ortsmitte fungieren kann.

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