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Kriftel: 48 Sozialwohnungen aus Holzmodulen

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Von: Andrea Rost

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Das Sozialwohnungsprojekt in Kriftel entsteht an der Raiffeisenstraße.
Das Sozialwohnungsprojekt in Kriftel entsteht an der Raiffeisenstraße. © Architekturbüro AKS

Die Krifteler gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft realisiert das größte Projekt in ihrer 50-jährigen Geschichte. Es könnte zum Vorbild für den Bau nachhaltig errichteter Sozialwohnungen in Hessen werden.

Ein Wohnungsbauprojekt, das „beispielgebend für die Rhein-Main-Region, vielleicht sogar für ganz Hessen“ sein könnte, startet die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (Gewobau) in der 11 000-Einwohner-Gemeinde Kriftel. So formuliert es jedenfalls Franz Jirasek, der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft und Erster Beigeordneter der Kommune im Main-Taunus-Kreis ist.

Das Besondere an den 48 Sozialwohnungen, die in den nächsten Monaten in der Raiffeisenstraße errichtet werden, sei die Holzmodulbauweise. Sie gelte als nachhaltig und klimaschonend. Der Holzbau sei zwar um rund zehn Prozent teurer als Gebäude aus herkömmlichen Baustoffen, durch den hohen Energiestandard der Aktivhäuser sinke jedoch die monatliche Heizkostenbelastung für die Mieterinnen und Mieter deutlich. Außerdem sei die Bauzeit kürzer.

Geplant sind die vier drei- und viergeschossigen Wohngebäude am Ortseingang von Kriftel – unweit der Autobahn 66 und mit unverbauter Sicht auf Obstwiesen. Ab Herbst 2023 sollen die Ein- bis Fünfzimmerwohnungen an Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen vermietet werden. Die Stromversorgung erfolgt über Photovoltaikanlagen auf den begrünten Flachdächern. Geheizt werden die Gebäude über zwei Wärmepumpenanlagen. Lademöglichkeiten für E-Autos und Elektrofahrräder sind vorgesehen. Im Keller wird ein Stromspeicher stehen. Alle Wohnungen sind barrierefrei.

Am 3. März wird die Krifteler Gemeindevertretung über die Offenlage des Bebauungsplanes „Vorm Zeilsberg“ abstimmen. Im Juli 2022 sollen der Plan rechtskräftig sein und die Baugenehmigung vorliegen.

Die Kosten für das Gesamtprojekt einschließlich Grundstückskauf betragen den Angaben zufolge rund 17,5 Millionen Euro. Die Gewobau rechnet mit Zuschüssen von Land und Bund in Höhe von insgesamt 3,6 Millionen Euro. 6,5 Millionen Euro sollen über ein Bankdarlehen finanziert werden, 6,7 Millionen Euro über ein öffentliches zinsloses Darlehen. Der Grunderwerb erfolgte aus Eigenmitteln.

Für die Krifteler Wohnungsbaugesellschaft ist das Projekt das mit Abstand größte Bauvorhaben in ihrer 50-jährigen Geschichte. Zurzeit hat die Gemeinde 264 Wohnungen im Eigentum beziehungsweise besitzt für sie die Belegungsrechte.

Mit dem Bauvorhaben in der Raiffeisenstraße wolle man zeigen, „dass sozialer Wohnungsbau auch nachhaltig möglich ist“, sagte Franz Jirasek bei der Vorstellung des Projektes.

Entwickelt wurde das Konzept des Aktivhauses vom Stuttgarter Architekten und Bauingenieur Werner Sobek. Das von ihm gegründete Unternehmen AH-Aktivhaus fungiert in Kriftel als Generalunternehmer und wird die Wohnungen schlüsselfertig übergeben.

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