Hofheim

Kreis plant Neubau am Hofheimer Landratsamt

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Anwohner wollen den Park mit See am Kreishaus als Naherholungsgebiet erhalte. Landrat Michael Cyriax (CDU) sagt Informationsveranstaltung zu.

Noch gibt es keine konkreten Pläne für die Erweiterung des Hofheimer Landratsamtes. Doch seit Ende Juni steht fest: Es soll ein Neubau errichtet werden, damit künftig alle 1380 Mitarbeiter der Main-Taunus-Kreisverwaltung in der Kreisstadt arbeiten können. Das Geld dafür will Landrat Michael Cyriax (CDU) aus dem Verkaufserlös für das Gelände Kastengrund in Hattersheim nehmen, für das sich ein international agierender Rechenzentrumsbetreiber interessiert. Dieser plant einen IT-Campus auf dem Areal der ehemaligen Tierversuchsanstalt von Sanofi-Aventis zwischen Hattersheim und Flörsheim Weilbach. Für die Unterbringung der Flüchtlinge werde der Kastengrund nicht mehr gebraucht, teilte Cyriax im Kreisparlament mit.

Die Hofheimer Kreisverwaltung hingegen platzt aus allen Nähten. Schon seit mehr als zehn Jahren sind Mitarbeiter des Amtes für Arbeit und Soziales in Containern auf dem Kreishausgelände untergebracht. Mittlerweile arbeiten dort 83 Verwaltungsmitarbeiter, die Container wurden 2011 aufgestockt. Weitere 122 Arbeitsplätze sind seit 2016 ausgelagert. Das Hoch- und Liegenschaftsamt, die Revision und das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Main-Taunus-Kreises sind in den früheren Bürogebäuden der Hattersheimer Tierversuchsanstalt im Kastengrund untergebracht. Sie müssen wieder ausziehen, wenn das dortige Gelände endgültig den Besitzer wechselt. Für sie und für die Mitarbeiter, die aktuell in den Containern am Kreishaus arbeiten, soll der Neubau am Landratsamt errichtet werden.

„Die Anforderungen unserer modernen Gesellschaft und nicht zuletzt die steigende Bevölkerungsentwicklung in unserer Region übertragen der Kreisverwaltung immer mehr Aufgaben und Verantwortungen, für die unser Haus inzwischen zu klein geworden ist“, teilte Landrat Cyriax (CDU) auf FR-Anfrage mit.

Die gesamte Liegenschaft auf dem Hofheimer Hochfeld sei in den 1980er Jahren als neuer Standort der Kreisverwaltung ausgewiesen worden. Schon bei der Errichtung des Landratsamtes sei eine mögliche bauliche Erweiterung mitgedacht worden. „Aus Kapazitätsgründen müssen wir von dieser Möglichkeit jetzt Gebrauch machen.“ Die Containeranlage, die auf der Erweiterungsfläche stehe, solle mit dem geplanten Neubau wegfallen, stellte Cyriax in Aussicht.

Die Anwohner, die in der Straße Am Kreishaus wohnen, sehen die Neubaupläne mit Sorge. „Wir sind schon einmal überrascht worden“, sagte Dieter Hack der FR. Ohne Vorankündigung sei vor mehr als zehn Jahren ein Bauzaun aufgestellt worden, kurz darauf standen die „Blechbüchsen“ der Container im Park am Landratsamt. Was als Interimslösung angekündigt war, habe sich zur Dauerlösung entwickelt. „So etwas wollen wir nicht noch einmal erleben.“

Verweis auf Klimaschutz

Ziel von Dieter Hack und anderen Anwohnern am Kreishaus ist es, die Grünfläche mit Teich als Naherholungsgebiet am Landratsamt für die Bürger zu erhalten. „Sie wollen in Zeiten von Fridays für Future tatsächlich einen existierenden Park einem Erweiterungsbau opfern?“, fragt der Hofheimer in einem Brief an den Landrat und weist darauf hin, dass auf Betreiben der grünen Umweltdezernentin Madlen Overdick erst vor kurzem Bienenweiden im Park geschaffen wurden. „Diesen Widerspruch zu erklären, bleibt Ihnen exklusiv.“

Cyriax weist darauf hin, dass der gültige Bebauungsplan für das Gelände eine Sondernutzung für das Landratsamt vorsehe, das im Übrigen bereits vor den Wohnhäusern auf der gegenüberliegenden Straßenseite errichtet worden sei. Die geplante Erweiterung liege innerhalb dieses Geländes. Und der Landrat kündigt an: „Wir wollen die Bürger und vor allem die Nachbarn in den weiteren Prozess mit einbinden. Daher werden wir, sobald es erste konkrete Vorplanungen gibt, zu einer Präsentation einladen.“

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