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Kosten-Deckel und historische Gründe

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Ist das geplante neue Rathaus "völlig überdimensioniert", wie Abrissgegner behaupten? Fragen und Antworten zum umstrittenen Neubau.

Warum soll Eschborn ein neues Rathaus bekommen?

Ein Gutachten von 2008 hat laut Bauamtsleiter Markus Henrich „erhebliche Mängel“ in den zusammenhängenden Gebäuden Rathaus und Stadthalle ermittelt. 2009 hat die damalige schwarz-gelbe Koalition mit Zustimmung der „Bürgerlichen“ einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Vorgabe war ein kompletter Neubau beider Gebäude. Im Mai 2010 stand der Entwurf des Büros AP-Plan als Sieger fest.

Seit der Kommunalwahl 2011 regiert Schwarz-Grün. Hat sich dadurch nichts geändert?

Die neue Koalition hat ein externes Büro beauftragt, das Projekt noch einmal zu prüfen und die angekündigten Kosten zu senken. Grundsätzlich infrage gestellt werden Abriss und Neubau im Koalitionsvertrag allerdings nicht.

Wie hoch sind die Kosten für den Neubau?

Das Büro AP-Plan hatte 89,3 Millionen Euro berechnet – für Abriss, Neubau und weitere Kosten wie die Miete während der Bauzeit. Schon die schwarz-gelbe Koalition hatte den Preis auf 75 Millionen Euro „gedeckelt“ und Einsparungen verlangt. Die Kritiker befürchten aber einen deutlich höheren Betrag. „Jeder weiß, dass veranschlagte Kosten bei öffentlichen Bauten so gut wie immer überschritten werden“, sagt BI-Initiator Helmut Bauch.

Was fordern die Gegner stattdessen?

Die Bürgerinitiative „Kein Rathausabriss“ hat nichts gegen einen Neubau der Stadthalle. Das Rathaus wollen sie aber in seiner Substanz erhalten und sanieren. Möglich wäre aus ihrer Sicht auch eine Erweiterung – wenn die Stadthalle an anderer Stelle gebaut würde.

Was spricht für einen Erhalt des Rathauses?

Die Abrissgegner nennen zum einen das Kostenargument. Für eine 21.000-Einwohner-Stadt wie Eschborn sei das geplante neue Gebäude „völlig überdimensioniert“. Aber sie führen auch historische Gründe an. Der Eschborner Architekt Rolf Schmidt hält das Gebäude für „eines der schönsten Rathäuser in Deutschland aus den 60er bis 80er Jahren“. Außerdem ist das Gebäude aus seiner Sicht keinesfalls marode. Weder Dach noch Keller seien undicht. „Und damals wurde beim Material das Teuerste vom Teuren verwendet.“

Wie verlaufen die politischen Fronten?

Die schwarz-grüne Koalition steht grundsätzlich hinter dem Neubau-Projekt. FWE, SPD und Linke unterstützen das Bürgerbegehren gegen den Rathausneubau. Die FDP hält sich bedeckt.

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