Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Beim Wohnungsbau in Kelkheim - hier der Bahnübergang in Kelkheim-Mitte - kommt es zu einem Umdenken.
+
Beim Wohnungsbau in Kelkheim - hier der Bahnübergang in Kelkheim-Mitte - kommt es zu einem Umdenken.

Kelkheim

Für den kleinen Geldbeutel

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
    schließen

Bei den nächsten Bauprojekten setzt die Stadt vermehrt auf bezahlbaren Wohnraum. Die Kommune will auch selbst Belegungsrechte für Sozialwohnungen kaufen.

Sieben neue Mehrfamilienhäuser sind am Gagernring geplant. Keine Eins-a-Wohnlage, aber Bürgermeister Thomas Horn (CDU) ist optimistisch, dass sich trotzdem ein Investor findet, der zwischen Durchgangsstraße und Bahnlinie 50 bis 60 Mietwohnungen bauen will. Bislang war vorgesehen, nur den nördlichen Teil des insgesamt 7700 Quadratmeter großen Geländes als Wohnbaufläche auszuweisen und den Rest für das benachbarte Richter-Gymnasium freizuhalten. Die Privatschule hatte überlegt, dort eine Turnhalle zu bauen, doch das habe sich nun definitiv zerschlagen, teilte Horn im Gespräch mit der FR mit. Der Magistrat hat das Vorhaben schon abgesegnet, das Stadtparlament entscheidet am 21. Juli darüber.

Die Stadt werde das Projekt auch beim nächsten regionalen „Runden Tisch“ zum Wohnungsbau präsentieren, kündigt Horn an. Den hatte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ins Leben gerufen, um die Umlandkommunen beim Bau von bezahlbaren Wohnungen für die rasch wachsende Großstadt mit ins Boot zu holen.

Kein "Klein-Riedberg"

Einen großen Beitrag dazu wird Kelkheim allerdings nicht leisten können. Auch das macht Rathauschef und Baudezernent Thomas Horn klar. Denn die vorhanden Grundstücke sind überschaubar und weitere Neubaugebiete nicht geplant. „In den vergangenen Jahren hatten wir viele Aktivitäten“, sagt Horn. Vario-Gelände, Stückes oder Varta-Areal sind die Stichworte.

Lediglich in Ruppertshain sollen in dem Gebiet „In den Erlen“ ab Herbst noch einmal 34 Grundstücke auf einmal bebaut werden. Bei Flächen von 400 bis 500 Quadratmetern sind diese jedoch kaum für Menschen mit kleinem Geldbeutel geeignet. Das sei an dieser Stelle auch Absicht, erklärt Horn. In den idyllisch gelegenen Stadtteil am Taunushang passe keine Reihenhaus-Massensiedlung, betont Horn. „Wir wollen dort kein Klein-Riedberg.“

Umdenken bei CDU und FDP

Ansonsten kann man aber durchaus von einer Wende in der Kelkheimer Wohnungsbaupolitik sprechen. So will die Stadt für zehn der am Gagernring geplanten Wohnungen Belegungsrechte kaufen – fünf von ihnen sollen als klassische Sozialwohnungen vermietet werden, die anderen will die Stadt zu vergünstigten Konditionen an Geringverdiener wie Erzieherinnen vergeben.

Über Miet- oder gar Sozialwohnungen hatte sich in den vergangenen Jahren allenfalls die Opposition Gedanken gemacht. Inzwischen hat aber auch beim Mehrheitsbündnis aus CDU und FDP ein Umdenken eingesetzt. Denn in der gleichen Parlamentssitzung, in der es um das Gagernring-Areal geht, soll auch der Bebauungsplan für das Gelände an der Ecke Weilbacher Straße/Industriestraße beschlossen werden.

Tritt auf die Bremse

Nachdem die Idee, dort einen Supermarkt anzusiedeln, von der Parlamentsmehrheit abgelehnt wurde, sollen nun zwölf Reihenhäuser entstehen sowie ein Mehrfamilienhaus, in dem Wohnungen ebenfalls nach sozialen Kriterien vergeben werden. Ansonsten setzt Thomas Horn darauf, dass Eigentümer innerörtliche Brachflächen schließen und Altbauten durch neue Häuser ersetzen. Aktuelle Beispiele finden sich in der Frankfurter Straße, der Hornauer Straße oder der Hauptstraße. Auf die Bremse tritt Horn hingegen bei neuen Projekten auf der grünen Wiese wie dem acht Hektar großen Areal „Schlämmer“ am Münsterer Ortsrand oder dem Gebiet Hornau-West. Der „Schlämmer“ stehe immerhin noch „mittelfristig“ auf der Agenda, so Horn. Bei Hornau-West hingegen verweist er schon auf „die nächste Generation“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare