Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Brigitte Frohreich (l.) zeigt den restaurierten Gesellenbrief.
+
Brigitte Frohreich (l.) zeigt den restaurierten Gesellenbrief.

Kelkheimer Museumsverein

Zeugnisse der Möbelgeschichte

Der Kelkheimer Museumsverein will wichtige Dokumente vor dem Zerfall bewahren und lässt einen Möbelkatalog aus den 1930er Jahren wegen seiner schönen und aussagekräftigen Bilder restaurieren. Ebenfalls restauriert wird ein Gesellenbrief aus dem Jahr 1926.

Von Jöran Harders

Beim Anblick der bunten Abbildungen gerät der Vorsitzende des Museumsvereins, Rüdiger Kraatz, ins Schwärmen. 22 doppelseitig bedruckte Blätter hat der Möbelkatalog, der bis vor kurzem noch mehr oder weniger unbeachtet in einem Schrank im Archiv des Museums Kelkheim gelegen hat. Jetzt ist der Katalog aus den 1930er Jahren restauriert worden und die zuvor stockfleckigen und eingerissenen Blätter sehen nun fast wieder wie neu aus.

Für jeden, der sich für historische Möbelstile interessiere, sei der Katalog ein Schatz: „Kelkheim war bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg in der Möbelherstellung führend und hat fast alle Stile abgedeckt. Nur eine Bauhaus-Tradition gibt es in Kelkheim nicht“, stellt Kraatz fest. Im Katalog seien beispielsweise Möbelstücke mit Jugendstil-Elementen abgebildet, aber auch Anleihen aus der Gründerzeit oder dem Kolonialstil seien zu finden. Zwar habe man den Katalog bisher keiner Möbelwerkstatt zuordnen können, es sei aber „sicher, dass er in Kelkheim verwendet worden ist“, betont Kraatz.

Zur Restauration ausgewählt hat der Museumsverein den Möbelkatalog wegen der schönen und aussagekräftigen Bilder. Von diesen Bildern wurden auch Magnettafeln angefertigt, anhand derer auch Kinder sich eine Vorstellung von der Kelkheimer Möbelgeschichte machen können. 150 Stunden Handarbeit waren notwendig, um den fast völlig zerfallenen Katalog wiederherzustellen. Die Restauratorinnen Martina Noehles und Birgit Frohreich haben den zerrissenen Einband wieder zusammengesetzt, alle Blätter gründlich gereinigt, Knicke und Risse in den Seiten mit Japanpapier oder Faserbrei verstärkt oder repariert. Ebenfalls restauriert wurde ein Gesellenbrief aus dem Jahr 1926.

Beide Exponate sollen nicht in die Dauerausstellung kommen, sondern wandern vorerst wieder ins Archiv. Gezeigt werden sollen sie, falls es sich im Rahmen einer Ausstellung thematisch anbietet, erklärt Rüdiger Kraatz. Grund für die Restaurierung des Möbelkatalogs und des Gesellenbriefs sei, dass wichtige Dokumente vor dem Zerfall bewahrt werden sollten. „Früher wurde einfach alles, was alt war, in einen Schrank gepackt“, beschreibt Kraatz das Vorgehen in der Anfangszeit des Museumsvereins.

Voigt gibt Posten als Vizevorsitzende ab

Mittlerweile sei man bestrebt, wertvolle Stücke so zu archivieren, dass sie bei der Lagerung keinen Schaden nehmen. Dazu soll die Restaurierung beitragen. „Die Substanz der Stücke ist jetzt gesichert. Jetzt können sie in einer säurefreien Umgebung für die Zukunft bewahrt werden“, sagt Martina Noehles. Das hat sich der Museumsverein laut Pressesprecherin Inge Voigt „eine mittlere vierstellige Summe“ kosten lassen.

Da der Verein für derartige Projekte auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen ist, könnten weitere Schätze, die eventuell noch im Archiv schlummern, nur nach und nach aufgearbeitet werden, stellt Rüdiger Kraatz fest. Doch bisher ist noch nicht einmal der gesamte Archivbestand des Museums gesichtet oder gar katalogisiert: „Es gibt noch zwei große Schränke, von denen wir nicht ganz genau wissen, was da alles drin ist.“

Am Rande der Präsentation der beiden Restaurationsobjekte gab Kraatz noch eine Personalie des Museumsvereins bekannt. Nach zwölf Jahren Mitarbeit im Vereinsvorstand gibt Inge Voigt ihren Posten der stellvertretenden Vorsitzenden ab. Nachfolgerin wird Andrea Hillebrecht-Schulte. Voigt wird sich weiterhin um die Pressearbeit des Vereins kümmern.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare