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Wieder Tandem bei Mobiler Jugendarbeit

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Hanin Abou Jarad. weiner
Hanin Abou Jarad. weiner © wein

Kelkheim Neue Kraft Hanin Abou Jarad will den Jugendlichen erst einmal zuhören

Manchmal gibt es Zufälle, die später zu Glücksfällen werden. Hanin Abou Jarad hat so etwas erlebt: Eigentlich wollte sie Jura studieren, bekam aber noch keinen Platz. Also entschied sie sich für Soziologie und hat "gemerkt, dass es mich sehr interessiert". Mehr noch: "Es ist auch das, was am besten zu mir passt." Auch wenn sie später einen Jura-Platz hätte bekommen können, die junge Frau wechselte nicht und hat nun Mitte April ihre erste Stelle angefangen: Die 26-Jährige ist die zweite Kraft neben Andreas Schulze in der Mobilen Jugendarbeit Kelkheim/Liederbach.

In den vergangenen zwei Jahren meisterte der Kollege die Aufgaben oft allein, zwei Kolleginnen kamen, blieben aber nicht allzu lange. Träger der Stellen ist der Verein Jugendberatung und Jugendhilfe (JJ), finanziert werden sie von den Kommunen. Wobei die gebürtige Darmstädterin für Kelkheim zuständig ist - mit dem Schwerpunkt in der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen. Schulze und Abou Jarad haben schon in ihrem Schwerpunkt der aufsuchenden Jugendarbeit gemeinsam Treffpunkte besucht. Die Soziologin weiß: "Die Jugendlichen brauchen einfach jemanden, der ihnen zuhört." Es sei dabei nicht nötig, "ihnen gleich eine Lösung zu präsentieren". Viele Jugendliche hätten das "Gefühl, sie kämpfen gegen alle". Hier sei es wichtig, sie nicht allein zu lassen, mit ihnen über Probleme zu reden. Die sozialen Medien könnten Gespräche und Kontakte kaum ersetzen, ist sie überzeugt.

So möchte sie eine Idee in diese Richtung umsetzen. Sie kann sich vorstellen, in der Stadt Leinwände zu platzieren, auf denen sich junge Leute mit Graffiti-Kunst verwirklichen dürfen. Vielleicht sogar mit einer Ausstellung. "Ich möchte, dass sich die Jugendlichen engagieren. Sie wollen und sollen gehört werden." Die Zusammenarbeit mit der städtischen Jugendarbeit hat sie bereits als offen und konstruktiv empfunden. Auch deren Leiterin Petra Bliedtner freut sich über die Besetzung der zweiten Stelle, denn ihr seien Übergänge zwischen Angeboten wichtig.

Als Abou Jarad die Stellenausschreibung von JJ las, habe sie Kelkheim nicht gekannt. Doch es sei eine Stadt mit guter Größe, die für die Jugendarbeit "sehr viele Möglichkeiten" bietet. Das Soziale wurde ihr mit in die Wiege gelegt. Ihre Eltern stammen aus Palästina. Mutter und Tante haben einen Kindergarten geleitet, die Mama in Deutschland eine Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlinge initiiert.

Zwischen 12 und 27 Jahren liegt die Zielgruppe. Aber das Duo stellt klar: "Wir weisen keinen ab." Verpasster Schulstoff in der Corona-Zeit sei noch ein Thema, zudem besonders Cyber-Mobbing. Abou Jarad ist offen, irgendwann in die Forschung zu gehen, vielleicht eine Doktorarbeit zu schreiben. Doch jetzt steht Kelkheim im Fokus.

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