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Ukraine-Krieg: Motsi Mabuse bangt um Schwiegereltern in Charkiw

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Von: Andrea Rost

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Tänzerin Motsi Mabuse und Ehemann Evgenij Voznyuk bei der Pressekonferenz in Kelkheim.
Tänzerin Motsi Mabuse und Ehemann Evgenij Voznyuk bei der Pressekonferenz in Kelkheim. © Michael Schick

Let’s-Dance-Star Motsi Mabuse und ihr Ehemann Evgenij Voznyuk organisieren Hilfstransporte ins ukrainische Grenzgebiet.

Kelkheim – Mehrmals am Tag telefoniert Evgenij Voznyuk mit seinen Eltern, die in der ostukrainischen Stadt Charkiw leben. Im Hintergrund hört er Bomben einschlagen. „Dass ich als Sohn nicht helfen kann, ist für mich furchtbar“, sagt der Ehemann von „Let’s Dance“-Jurorin Motsi Mabuse. Vater und Mutter seien in der von russischen Panzerketten umzingelten Stadt eingeschlossen, säßen in einem Keller fest, berichtet der gebürtige Ukrainer. Eine Flucht sei derzeit ausgeschlossen.

Motsi Mabuse spricht von einer „Achterbahnfahrt der Gefühle“. Sie mache sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts große Sorgen um ihre Schwiegereltern, sagt die 40-Jährige. „Wir sind sehr eng miteinander in der Familie.“

Anfang der Woche hat das Paar, das in Kelkheim wohnt, einen Entschluss gefasst: Voznyuk und Mabuse wollen eine Hilfsaktion für Flüchtlinge aus der Ukraine starten. Die beiden ließen Flyer drucken, mobilisierten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in ihrer Eschborner Taunus-Tanzschule, baten Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW) um Unterstützung.

Ukraine-Krieg: Motsi Mabuse startet Hilfsaktion für Flüchtlinge

Innerhalb kürzester Zeit stellte der Grünen-Politiker nicht nur Räume im alten Feuerwehrgerätehaus in Kelkheim-Münster zur Verfügung, damit Hilfsgüter gesammelt werden können. Kündiger organisierte für den gestrigen Dienstag auch ein Pressegespräch, bei dem Voznyuk und Mabuse ihre Aktion „Hilfe für die Ukraine“ vorstellen konnten. Er werde am Freitagabend ins polnisch-ukrainische Grenzgebiet fahren, berichtete Evgenij Voznyuk. Mehrere Logistikfirmen stellten ihm dafür Lastwagen zur Verfügung.

Hilfsaktion

Gesammelt werden die Hilfsgüter für die Ukraine im alten Feuerwehr-Gerätehaus in Kelkheim-Münster, Zeilsheimer Straße 47. Öffnungszeiten sind am 2. und 3. März von 15 bis 20 Uhr.

Organisiert wird die Aktion von der Tanzschule Motsi Mabuse mit Unterstützung der Stadt Kelkheim.

Informationen über Ablauf und benötigte Hilfsgüter findet man auf der Facebook-Seite von Motsi Mabuse. Kontakt per e-Mail unter: info@motsimabuse-dietanzschule.de

Bis einschließlich Donnerstag, 3. März, werden im ehemaligen Münsterer Feuerwehrhaus Hilfsgüter gesammelt, die die ukrainischen Flüchtlinge jetzt gebrauchen können: warme Decken, Kissen, Matratzen und Schlafsäcke, Winterkleidung, Babynahrung, Windeln, Hygieneartikel sowie Medizinprodukte wie Erste-Hilfe-Koffer oder Verbandszeug.

„Wir bitten darum, die Dinge in gutem Zustand und reisefertig verpackt vorbeizubringen“, sagte Motsi Mabuse. „Wir haben keine Zeit, um auszusortieren, was wir gebrauchen können und was nicht. Wir müssen schnell handeln. Die Menschen brauchen unsere Hilfe.“ Auch in den kommenden Wochen will ihr Mann an die ukrainische Grenze fahren; die Sammelaktion soll weitergehen, solange es nötig ist. Eventuell werde auch ein Spendenkonto eingerichtet, kündigten die Tänzerin und der Tänzer an.

Motsi Mabuse will bei Ukraine-Kundgebung in Kelkheim dabei sein

Der Kelkheimer Motorradclub, der bereits bei der Flutkatastrophe im Ahrtal geholfen hat, unterstützt die Aktion. Er denke voller Hochachtung und Mitgefühl an die Menschen in der Ukraine, sagte Rathauschef Albrecht Kündiger. „Es ist wichtig, dass sie unsere Solidarität spüren, dass wir sie nicht alleinlassen in diesem Krieg, der uns alle fassungslos macht.“

Für den kommenden Sonntag, 6. März, 18 Uhr, ist auf dem Rathausvorplatz in Kelkheim eine Kundgebung geplant. Motsi Mabuse und Evgenij Voznyuk werden dann auch dabei sein.

Am Freitagabend wird Mabuse aber erst noch in der Jury von „Let’s Dance“ sitzen. Ihre Teilnahme an der TV-Unterhaltungsshow hat sie trotz der schwierigen familiären Situation nicht abgesagt. „Ich bin dann gezwungen, für ein paar Stunden alles zur Seite zu legen, und kann ausatmen“, sagte sie beim Pressegespräch im Kelkheimer Rathaus und fügte hinzu. „Auch in dunklen Zeiten muss irgendwo Licht reinkommen.“ (Andrea Rost)

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