Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Tierärztin Katja Feuerbacher mit ihrer Hündin Kessy.
+
Tierärztin Katja Feuerbacher mit ihrer Hündin Kessy.

Kelkheim

Tierschutzpreis für Kelkheimer Veterinärin

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
    schließen

Katja Feuerbacher hat in der Pandemie Online-Erste-Hilfe-Kurse für Hundebesitzer angeboten und den Erlös dem Tierheim Kelkheim gespendet. Das Land Hessen hat sie dafür ausgezeichnet.

Der Anruf des Hessischen Umweltministeriums kam unerwartet. Nie hätte sie damit gerechnet, dass sie mit dem Tierschutzpreis des Landes ausgezeichnet würde, sagt Katja Feuerbacher. „Ich wusste ja noch nicht mal, dass ich dafür vorgeschlagen war.“ Die Bewerbung hatte ihr Freund Stefan Kaczmarek losgeschickt. „Wenn man dabei ist, eine Tierarztpraxis aufzubauen, ein Online-Angebot für Hundebesitzer macht und den Erlös dann dem Tierheim spendet, finde ich das bemerkenswert“, lobt er das Engagement seiner Partnerin.

„Erste Hilfe für den Hund“ nannte Feuerbacher ihre virtuellen Seminare – ein Novum in der Corona-Pandemie. Das Interesse war groß, 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten in den letzten Monaten die einstündigen Schulungen per Video. Viele zahlten nicht nur die 39 Euro Kursgebühr, sondern spendeten noch zusätzlich Geld, so dass Katja Feuerbacher am Ende 1300 Euro an das Tierheim Kelkheim überweisen konnte.

„Wenn dem eigenen Hund etwas zustößt, er vor ein Auto läuft, sich die Pfote aufschneidet oder etwas Falsches frisst, geraten viele Menschen in Panik“, weiß die Veterinärin, die in Gießen studiert und danach in Tierkliniken und -praxen in ganz Deutschland gearbeitet hat. Die Fahrt zur Tierklinik oder der Anruf beim Notarzt seien dann für Herrchen und Frauchen oft die letzte Rettung. „Dabei muss das nicht immer sein“, weiß die 46-Jährige. Oft könnten auch Laien das Tier gut versorgen. Dafür sei es jedoch wichtig, einen kurzen Check-up durchzuführen: die Mundschleimhaut untersuchen und daran den Zustand des Kreislaufs ablesen, die Körpertemperatur messen und am Hinterschenkel des Hundes den Puls fühlen.

Wie das geht, zeigte Feuerbacher ihren Kursteilnehmer:innen im Videostream. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten auch, wie man einen Verband an der Hundepfote fachgerecht anlegt. Feuerbachers Terrier-Mischlingshündin Kessy mimte die „Patientin“. Stefan Kaczmarek filmte mit der Handykamera alle Handgriffe.

„Wenn Hundehalter über Erste Hilfe am Tier Bescheid wissen, gibt das nicht nur ihnen Sicherheit, es entlastet auch mich als Tierärztin“, sagt Katja Feuerbacher. Bereits nach einem kurzen Telefongespräch könne sie dann einschätzen, ob es sich um einen Notfall handelt, und Tipps geben, wie dem Tier geholfen werden kann.

Der Hessische Tierschutzpreis ist mit insgesamt 7000 Euro dotiert. Das Preisgeld teilt sich Katja Feuerbacher mit dem Tierschutzverein Katzenzuhause aus Biebergemünd, der ein regionales Online-Vermittlungsportal für herrenlose Katzen aufgebaut hat.

Ihre 3500 Euro werde sie in den Kauf eines Dentalröntgengeräts investieren, sagt die Kelkheimer Tierärztin. Die Praxis auf dem Zauberberg in Ruppertshain hat sie 2018 von einer Kollegin übernommen und zu einer kleinen Klinik ausgebaut – mit Ultraschall, Digitalröntgen, Inhalationsnarkosegerät und Monitorüberwachung. Bis zu 40 Tiere behandelt Katja Feuerbacher pro Tag. Einzugsgebiet ihrer Klientel sei das ganze Rhein-Main-Gebiet, erzählt sie. Weil stets Termine vereinbart würden, gebe es keine langen Wartezeiten.

Erste-Hilfe-Onlineseminare für Hundebesitzer:innen will die Kelkheimer Tierärztin weiterhin anbieten. Außerdem plant Katja Feuerbacher digitale Formate über Alterskrankheiten bei Hunden und Katzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare