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Sechster Hauptamtlicher für Feuerwehr

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Bürgermeister hatte Stelle auf Eis gelegt und sieht nun „Notwendigkeit“ für Besetzung

Kelkheim - Es gab in den vergangenen Jahren zwei große Themen, bei denen die Feuerwehr beharrlich bohrte, die Ergebnisse aber ausblieben. Nun wird einer dieser Agenda-Punkte abgehakt. Wie Bürgermeister Albrecht Kündiger dieser Zeitung bestätigt, soll die Stabsstelle Brandschutz von fünf auf sechs Kräfte erweitert werden. Die Stadt hat per Stellenausschreibung schon Verstärkung gesucht und bereits erste Bewerbungen erhalten. „Ich bin guten Mutes, dass wir die Stelle qualitativ gut besetzen“, sagt Kündiger. Ziel von Stadt und Wehr ist es, das zum 1. Januar 2023 zu tun.

Der Bürgermeister hatte die Stelle auch im Zuge der Pandemie und den Mehrausgaben auf Eis gelegt und stets vor den dauerhaften Kosten der Personalie gewarnt. Noch vor wenigen Wochen hatte er auf Anfrage keine Freigabe signalisiert. Inzwischen aber sehe er „die Notwendigkeit“. Die schon umfangreichen Aufgabenbereiche der Wehren seien „deutlich gewachsen“, die fünf Haupt- und die vielen Ehrenamtlichen „brauchen dringend Entlastung“. Er habe immer deutlich gemacht, dass er die Stelle bewillige, wenn er diesen Bedarf sehe.

Politisch hatte in den Haushaltsberatungen für 2022 die Koalition aus CDU, SPD und FDP noch einmal die bereits zugesagte Stelle beantragt und Druck gemacht.

Die neue Kraft soll vor allem im Verwaltungsbereich die Stabsstelle Brandschutz unterstützen. In der Ausschreibung werden auch Versicherungsangelegenheiten, Gebührenbescheide, Materialbeschaffung, die Verantwortung im Gebiet „Digitalfunk“ sowie Mitarbeit in der Atemschutzwerkstatt und Unterstützung der Gerätewarte genannt. Die Stadt hätte drei Kräfte mit dem Schwerpunkt Verwaltung und drei im technischen Bereich. Es soll eine Person aus einer Freiwilligen Feuerwehr eingestellt werden, die dann die Mannschaft tagsüber verstärkt.

Gutachten bald fertig, Umfrage startet

Stadtbrandinspektor Stefan Kunisch findet die Entscheidung des Bürgermeisters sehr gut. Es habe ein Gespräch zu diesem Thema angestanden, bei dem Kündiger überraschend und zur Freude die Stellenbesetzung zugesagt habe. Es sei ja bekannt, „dass die Aufgaben immer mehr werden“. Kunisch nennt den Zivilschutz in Zeiten, wo im Osten Europas ein Krieg tobt und Ukrainer nach Deutschland flüchten.

Aber auch die Energiekrise und befürchtete „Stromausfall“-Szenarien seien neue Themen. Mit der sechsten Kraft seien die Kelkheimer dann gut aufgestellt, an Nummer sieben denke niemand mehr, erklärt Kunisch. Zumal die Brandschützer noch die weitere Unterstützung durch eine Stelle im Freiwilligen Sozialen Jahr haben.

Die Wehr in der Möbelstadt treiben im Moment zwei andere Themen um. Die Zahl der rund 260 Einsatzkräfte wird unter die Lupe genommen, wer denn tatsächlich noch zur Verfügung steht. Außerdem wird es demnächst eine Umfrage in den Wehren geben, kündigt der Chef an. Das laufe anonym über eine Agentur, mit der die Kelkheimer schon zusammengearbeitet haben. Kunisch erhofft sich hier ein repräsentatives Stimmungsbild aus den eigenen Reihen.

Das große Thema Feuerwehrstützpunkt für Kelkheim-Mitte, Hornau und Fischbach werde dort sicher indirekt angesprochen. Hier ist laut Kündiger und Kunisch das feuerwehrtechnische Gutachten für einen möglichen Standort im Gebiet „Hornau-West“ bald fertig. Erst daraus ergeben sich konkrete Pläne für Fläche und Gebäude. Und erst nach einer Vorstellung eines Projektes könnten die betroffenen Feuerwehren auch dazu befragt werden, macht der Stadtbrandinspektor deutlich.

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