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Projektoren der neusten Generation

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Kino-Leiter Christian Hofmann zeigt die moderne Technik für noch mehr Filmgenuss.
Kino-Leiter Christian Hofmann zeigt die moderne Technik für noch mehr Filmgenuss. privat © privat

Kinoverein investiert nach kniffligen Jahren mit Fördergeld rund 100 000 Euro

Kelkheim - In den Corona-Jahren waren sie neben der Gastronomie besonders gebeutelt: Kinos waren viele Monate komplett geschlossen, durften dann nur unter besonderen Auflagen mit einigen Einschränkungen öffnen. Auch am Kelkheimer Kinoverein ging das nicht spurlos vorbei. In den beiden Filmsälen im Vereinshaus Hornau musste das Team um den Vorsitzenden Martin Müller-Raidt doch erhebliche Einbußen hinnehmen. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Mannschaft nun - wo der Betrieb gerade wieder einige Zeit normal läuft - mächtig in die Zukunft investiert.

Alter Projektor mit 17 000 Betriebsstunden

Rund 100 000 Euro hat der Verein in die Hand genommen, um die Technik auf den neuesten Stand zu bringen. Nach zehn Jahren nahezu täglichem Einsatz wurde die digitale Vorführtechnik ausgetauscht. Mit neuen Christie-Projektoren und Servern mit mehr Speicherkapazität „kann das Kino ab sofort ein weitaus größeres Filmangebot vorhalten und perfekte Bilder auf die Leinwand projizieren“, wirbt Müller-Raidt. Etwa 30 000 Euro wird der Verein aus seiner Kasse beisteuern müssen, der Rest kommt aus Mitteln der Filmförderungsanstalt.

Nach der landesweiten Erst-Digitalisierung in 2011/2012 steht nun die aktuelle Generation der Projektoren zur Verfügung. „Mit rund 17 000 Betriebsstunden waren die bislang eingesetzten Maschinen an ihrer Leistungsgrenze, und auch die Ersatzteilversorgung wurde zunehmend schwieriger“, weiß der Vorsitzende.

Eine weitere Investition kommt für die Gruppe indes nicht in Frage. Müller-Raidts Frau Vanessa führt die Lichtspiele in Kronberg und hat dort komplett umgebaut. Es gibt nun breitere Sessel, zudem sogar kleine Tischlampen und insgesamt mehr Platz für die Kinogäste. Das sei dort prima angekommen, allerdings für Kelkheim nicht umsetzbar, so Müller-Raidt. Dafür fehle im Vereinshaus schlicht der Platz.

Weitere große Projekte hat der Verein aktuell nicht geplant. Er schaut jetzt nach fast drei kniffligen Jahren erst einmal positiv in die Zukunft, „zumal das Interesse des Publikums wieder deutlich zugenommen hat und auch das Filmangebot inzwischen wieder sehr vielseitig und anspruchsvoll geworden ist“, freut sich Müller-Raidt. Die Menschen fühlen sich im Kino wieder wohl.

Durch die professionelle Lüftungstechnik werde ein intensiver Luftaustausch sichergestellt, „der die Säle mit stets frischer Luft versorgt und damit ein Ansteckungsrisiko minimiert“, erläutert der Clubchef und räumt mit oft nicht zutreffenden Einschätzungen auf: „Kinos waren in Zeiten der Pandemie zu keiner Zeit Hot-Spots für die Übertragung des Virus.“

Die neuen Projektoren mit verbesserter Lichtleistung machen sich besonders bei der 3 D-Projektion bemerkbar. Das passt, denn aktuell hat das Kino den Film „Avatar 2“ im Programm. Nach über zehn Jahren will James Cameron an den erfolgreichsten Beitrag der Kinogeschichte anknüpfen. Für den 3 D-Effekt nutzt das Kelkheimer Kino eine Technik mit besonderen Brillen, die an der Kasse den Gästen ausgeliehen werden.

Bei aller Freude über neue Filme und Technik, sieht Müller-Raidt aber auch wieder dunklere Wolken aufziehen. Die gestiegenen Energiekosten würden sich in den Umlagen des Kinos sicher bemerkbar machen. Deshalb schaut das Team bereits, wo es Strom sparen kann - so läuft der Popcorn-Wärmer etwa nicht länger als nötig. Der Vorsitzende hofft, dass der Verein mit einem blauen Auge davonkommen wird.

Wünschen indes würde er sich noch mehr Aktivitäten in Kooperation mit der Stadt. Von seiner Frau weiß er aus Kronberg, dass es dort viele Veranstaltungen gibt - zum Beispiel das Advents-Kino oder auch Karten für die Feuerwehrleute. In Kelkheim gebe es das Marktplatz-Open-Air, weitere Zusammenarbeit zur Unterstützung des Kinos sei willkommen, findet Müller-Raidt.

Und er macht sich schon Gedanken um die personelle Zukunft. In drei Jahren feiert der Verein den 40. Geburtstag. Die Truppe ist sehr klein, mit dem gesundheitlich angeschlagenen Thomas Weck ist eine wichtige Kraft nicht mehr aktiv dabei. Nachfolger sind kaum in Sicht. Und Müller-Raidt fragt schon mal deutlich: „Wer will denn ein Kino übernehmen?“

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