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Neue Führung für Stadt-Tochter

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Trist und schon seit vielen Monaten abrissreif: das städtische Gebäude und ehemalige Flüchtlingsheim Weilbacher Straße.
Trist und schon seit vielen Monaten abrissreif: das städtische Gebäude und ehemalige Flüchtlingsheim Weilbacher Straße. weiner © Weiner

Geschäftsführung der Städtebaulichen Entwicklungsgesellschaft soll Neubau an Weilbacher Straße vorantreiben

Kelkheim - Die Städtebauliche Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft (StEG) hat unter anderem die Shell-Tankstelle an der Frankenallee, das Vereinshaus mit dem Kino in Hornau und die Vitos-Klinik für junge Menschen an der Frankfurter Straße in ihrem Portfolio. Eine bunte Mischung für ein kommunales Unternehmen, findet Bürgermeister Albrecht Kündiger. Dabei solle die StEG ja eigentlich den Wohnungsbau im Blick haben.

Nicht nur deshalb will die Stadt ihre Tochter nun auch etwas verändert aufstellen. Gesucht wird eine neue Geschäftsführung, die sich hauptamtlich der Sache widmet - und zwar mit der Expertise aus dem Bau-Sektor, im Bereich Architektur. Es dürfte aber nicht von Nachteil gewesen sein, mit einer Zusatz-Aufgabenmischung von Tankstelle bis Kino werben zu können. Jedenfalls hat die Stadt laut Kündiger eine Kraft für diesen wichtigen Posten gefunden, der Aufsichtsrat der StEG zugestimmt. Der Vertrag solle demnächst unterschrieben werden, so der Bürgermeister. Wann genau die neue Person anfangen kann, hängt vom bisherigen Arbeitsverhältnis ab und ist offen.

Fakt hingegen ist, dass der bisherige StEG-Geschäftsführer Erhard Kaufhold Ende September aufgehört hat. Er hatte die Gesellschaft mit seiner Expertise aus der Finanzbranche aus dem Ruhestand heraus über eine Aufwandsentschädigung nicht als Full-Time-Job geführt. Kündiger, der Kaufhold selbst für diesen Posten begeistern konnte, lobt dessen Arbeit. Er habe die StEG auf der kaufmännischen Seite „auf ein sicheres Fundament“ gestellt. Allerdings wolle die Stadt nun einen Schritt weiter gehen, um die Gesellschaft fit für die Zukunft gerade im Wohnungsbau zu machen. Bis die neue Kraft anfangen kann, wird Erster Stadtrat Dirk Hofmann (CDU) die Geschicke führen. UKW-Mann Kündiger ist als Aufsichtsrat-Chef dafür sehr dankbar, sich aber mit seinem Rathaus-Vize einig, dass es nur eine Übergangslösung sein soll. Denn vor allem der Bürgermeister macht immer wieder deutlich, die Politik von diesem Posten fern halten und nicht in dieser Richtung besetzen zu wollen. Vor Kaufhold war der ehemalige CDU-Vorsitzende Alfred Keller der StEG-Chef, noch früher hatte es Kritik der damaligen Opposition um Kündiger geben, als der Liederbacher Altbürgermeister Gerhard Lehner (CDU) diesen „Nebenjob“ bekommen hatte.

Die neue Kraft an der Spitze wird gleich ein kniffliges Projekt in der Umsetzung haben. Noch immer ist das ehemalige Flüchtlingsheim an der Weilbacher Straße in Münster nicht abgerissen. Die Politik hatte die Änderung des Bebauungsplans für einen Neubau mit zehn Wohnungen schon vor drei Jahren beschlossen. „Das ist nicht so gelaufen, wie ich es mir gewünscht hätte“, räumt Kündiger erneut ein, wollte aber auf Details nicht eingehen. Er hat mal durchblicken lassen, dass es hier im planerischen Bereich gehakt hatte. So habe es Überlegungen gegeben, das Haus vielleicht doch zu sanieren statt abzureißen und zu bauen. Ein Gutachten aber habe ergeben, dass die Substanz zu schlecht sei, es zum Abbruch „keine Alternative“ gebe, so Kündiger. Nun setzt er auf einen Neuanfang, oder besser eine zügige Vollendung der Sache mit neuem Personal. Die Baugenehmigung ist längst da. Und trotz der Kosten-Probleme auf dem Markt will der Rathauschef an den Vorhaben festhalten, denn bezahlbarer Wohnraum werde weiter dringend gesucht. Das städtische Bauamt habe keine Kapazitäten. Dort wiederum ist aber der Bau eines Wohnhauses an der Alten Schulstraße mit zwölf Wohnungen angesiedelt. Das soll rund 4 Millionen kosten, 1,2 sind schon bereitgestellt, 1,8 stehen im Haushalt für 2023, die restliche Million wurde als Verpflichungsermächtigung aufgenommen. Es wäre durchaus ein Projekt für die StEG gewesen, doch über ein gezogenes Vorkaufsrecht der Stadt für günstigen Wohnraum sei es an die Kommune direkt gebunden, erläutert Kündiger. So oder so soll und wird die Baugesellschaft der Kommune in Zukunft neue Arbeit bekommen - dafür sprechen die personelle Ausrichtung und die Lage am Wohnungsmarkt.

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