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Mit der Eintracht durch Höhen und Tiefen

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Cameron strahlt. Eintracht-Spieler Tuta lässt sich mit ihm ablichten, im Hintergrund gibt Teamkollege Dina Ebimbe ein Autogramm. wein
Cameron strahlt. Eintracht-Spieler Tuta lässt sich mit ihm ablichten, im Hintergrund gibt Teamkollege Dina Ebimbe ein Autogramm. wein © wein

Spieler geben Autogramme bei Nexen Tire im Gewerbegebiet / Viel Andrang und Euphorie

Kelkheim - Cameron ist erst seit gut 18 Monaten in Deutschland. Aus den USA ist der Zwölfjährige mit der Familie nach Bad Soden gezogen. Und sie seien gleich Fans der Fußballer von Eintracht Frankfurt geworden - auch wenn „Soccer“ in Amerika bei weitem nicht so beliebt ist wie das Kicker-Treiben hier. Und so fackeln Vater und Sohn nicht lange, schauen beim Reifenhersteller Nexen Tire am Nikolaus-Abend gerne vorbei. Denn hier geben die Eintracht-Spieler Tuta und Junior Dina Ebimbe den Fans Autogramme. Cameron ist ziemlich weit vorne in der Reihe und strahlt über beide Backen, als er mit Tuta sogar ein Foto machen darf.

Auch Bürgermeister Albrecht Kündiger strahlt. Schnell hat er als Anhänger des Bundesligisten auch seinen Eintracht-Schal übergelegt und darf mit den beiden Stars für die Eröffnung in der riesigen gläsernen Eingangshalle des Reifenherstellers sorgen. Die ist erst etwas nüchtern, bis Kündiger vor den geladenen Gästen laut ausruft: „Wir begrüßen die Herren Tuta und Ebimbe hier in Kelkheim.“ Da brandet Applaus auf. Im Hintergrund flimmern Eintracht- und Stadion-Videos über die Videoschirme. Arnfried Lemmle, Bereichsleiter Sales und Marketing, hebt die langjährige Partnerschaft zwischen den Fußballern und dem Unternehmen mit Europa-Zentrale im Gewerbegebiet hervor. Sie seien dabei durch Höhen und Tiefen gegangen, ergänzt Peter Gulow, Vizepräsident für Zentral- und Osteuropa. Natürlich sei er Eintracht-Fan, aber zur Prognose für die Saison wolle er sich nicht äußern.

Ebenso wie leider auch Tuta und Dina Ebimbe dieser Zeitung keine kurzen Fragen beantworten dürfen - das sei nicht mit der Pressestelle so abgestimmt, heißt es aus den Reihen von mehreren Aufpassern. Der Brasilianer und der Franzose, die in dieser starken Saison schon zum Stamm-Personal der Eintracht zählen, haben auch so genug zu tun. Bereits die Schlange der geladenen Gäste, viele Partner aus der Autoreifen-Branche, ist lang. Und vor der Tür warten noch einmal gefühlt weitere rund 200 Fans auf Einlass.

Stefan Rehak aus Hanau ist mit seinen Kindern Ben (7) und Luna (5) dabei. Wer denn hier gleich komme, fragt er seine Kleinen kurz vorher. „Der Nikolaus“, ruft die Tochter frei raus. Die Eintracht mögen die beiden schon, noch mehr der Papa. Er finde Timothy Chandler als Kultfigur klasse. Und das Team insgesamt: „Die haben einen bärenstarken Lauf, dieses Momentum müssen sie mitnehmen“, schwärmt der Mann aus dem Reifen-Vertrieb. Das Team leiste eine „tolle Arbeit - das ist gar nicht so divenhaft wie man denkt“.

Mika, Jasper, Emil, Jakob, Emil, Tom, Ole, ihre Freunde und Eltern sind aus Linsengericht hierher gekommen. Eigentlich finden sie alle Spieler cool, lassen sich vom Duo daher gerne Signaturen auf Trikots, Shirts, Schals und Karten geben. „Der Götze ist gut im Spielfluss“, findet Mika (15). Sie sind allesamt überzeugt, dass die Kicker vom Main zumindest ins Viertelfinale der Champions League und im DFB-Pokal weit kommen.

Das hofft Kündiger auch. Er spreche zwar hier als Bürgermeister, aber auch als Eintracht-Fan „mit großer Leidenschaft“. Mit Blick auf die Leistung könne jeder stolz sein, zu diesem Verein zu halten. Sehr zufrieden ist der Rathauschef zudem, mit Nexen Tire ein weltweit operierendes Unternehmen in Kelkheim zu haben. Das stehe dem Gewerbegebiet gut zu Gesicht. Zudem sei es der Stadt immer wichtig, hier „interessante und hochqualifizierte Arbeitsplätze“ zu haben.

Das ist bei Nexen, gegründet 1942, Hauptsitz in Südkorea, vertreten in 150 Ländern mit vier Produktionsstätten - zwei in Südkorea, eine in China, eine in Tschechien - und rund 40 Millionen Reifen im Jahr, gegeben. Die rund 85 Mitarbeiter am Standort tragen allerdings „nur weiße Hemden, keine blauen“, betont Vizepräsident Gulow. Denn hier sei die gesamte Verwaltung, das Marketing für Europa, zudem das Entwicklungscenter. Hier werden die Autos mit Testreifen auf Tour geschickt. Das große Produktionswerk befindet sich seit 2019 in Žatec in Tschechien. Dort werde demnächst eine zweite Herstellungslinie in Betrieb gehen, kündigt Gulow an. Für Kelkheim seien „für den Moment“ keine Veränderungen geplant. Optionen gibt es auf der Fläche, ein weiteres Grundstück hat Nexen nicht mehr gezogen. Mit rund 65 Mitarbeitern hat der Reifen-Riese 2019 angefangen. In diesem Jahr wurde noch eine Bushaltestelle vor der Haustür eingerichtet.

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