1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Kelkheim

Maskiertes Trio sprengt Geldautomat

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Wie auf einem Trümmerfeld sah es gestern Morgen vor dem „Finanz-Punkt“ aus. privat
Wie auf einem Trümmerfeld sah es gestern Morgen vor dem „Finanz-Punkt“ aus. privat © wein

„Finanz-Punkt“ in Wohnhaus das Ziel / Keine Verletzten, 17 Personen evakuiert

Kelkheim - Ein lauter Knall, die Scherben der Glasfront fliegen bis auf die andere Straßenseite, zwei Männer machen sich rund um einen zerstörten Geldautomaten zu schaffen, während draußen ein weiterer Vermummter am Fluchtauto Schmiere steht. Mit Taschen steigen die Komplizen ein, das Trio rauscht in die Dunkelheit davon.

Genau so hat sich das am frühen Freitagmorgen kurz nach 5 Uhr im „Finanz-Punkt“ Ruppertshain an der Robert-Koch-Straße abgespielt, wie diese Zeitung erfahren hat. Denn dort haben drei Täter einen Geldautomaten gesprengt und sind im Anschluss unerkannt geflüchtet. Erst in der Nacht zum Donnerstag waren im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach mehrere Geldautomaten gesprengt worden. Davor hatte sich Ende 2021 ein Fall in einem „Finanz-Punkt“ von Volksbank und Taunus-Sparkasse in Langenhain ereignet.

„Glücklicherweise wurde durch die Tat, die sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses ereignete, niemand verletzt. Ob und wie viel Bargeld aus dem Automaten gestohlen wurde, steht derzeit noch nicht fest“, berichtet ein Sprecher der Polizeidirektion Main-Taunus. „Ab 5.08 Uhr gingen bei der Polizei mehrere Notrufe von Anwohnern der Robert-Koch-Straße ein, die ein lauter Knall aus dem Schlaf gerissen hatte und die damit auf die Tat aufmerksam wurden. Zeugen berichteten von drei maskierten und ausländisch sprechenden Männern, die nach der Sprengung in einen grauen 1er BMW mit Frankfurter Kennzeichen und schwarzen Felgen gestiegen und in Richtung Königstein geflüchtet waren“, schildert auch die Polizei die Lage deutlich. Durch die Wucht der Explosion, deren Auslöser noch unbekannt ist, wurde ein Teil des Gebäudes unbewohnbar. 17 Personen wurden vorsorglich evakuiert, die meisten im Feuerwehrhaus untergebracht. Hier sei eine Gefährdung der Menschenleben „billigend in Kauf genommen“ worden, sagt Bürgermeister Albrecht Kündiger, der aber den vielen schnellen Helfern dankt. Eine Wohnung sei weiterhin nicht zu nutzen, die anderen Bewohner konnten zurückkehren, sagt er.

Neben der Kriminalpolizei und der Feuerwehr kamen Experten für Sprengtechnik des Landeskriminalamtes sowie ein Statiker zum Einsatz. Zur Höhe des Schaden konnten noch keine Angaben gemacht werden. Die Kriminalpolizei nimmt Hinweise unter 0 61 92 / 20 79-0 an.

Auch interessant

Kommentare