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Kunst für Demokratie

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Das Plakat von Kim macht auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam. Im Hintergrund ist die Wand zu sehen, auf die Schülerinnen und Schüler Schlagworte zur Demokratie schreiben können. sachs
Das Plakat von Kim macht auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam. Im Hintergrund ist die Wand zu sehen, auf die Schülerinnen und Schüler Schlagworte zur Demokratie schreiben können. sachs © Melina Sachs

Projekt macht Station an der Eichendorffschule

Kelkheim - Mehr Klimafreundlichkeit“ fordert eine Schülerin auf einer Tafel, die an einem Werkstattwagen angebracht ist. Auf den Tischen davor liegen Plakate, Schüler malen an den verschiedensten Motiven. Ob Klimawandel oder „Mental Health“, die Themen variieren genau wie die Gestaltung. Der Kunst-Leistungskurs der Eichendorffschule (EDS) stellt kreativ seine Wünsche und Forderungen dar.

Das Projekt „Design for Democracy“, das im Rahmen der Bewerbung für die „World Design Capital 2026“ entstand, will mit Schülern sowie bereits Wahlberechtigten in die Diskussion kommen. Auf Plakaten sollen sie dabei wichtige Themen verdeutlichen. Dazu sind die Produktdesignerinnen Kira und Sophie Bernauer mit Laura Schupp, die vor kurzem ihren Bachelor in Architektur gemacht hat, in Innenstädten und an Schulen unterwegs.

Besonders wichtig sei es, an einer Schule den noch nicht wahlberechtigten jungen Menschen ihren Anteil an der Demokratie näherzubringen, betonen sie. „Wie können wir Demokratie mitgestalten? Wo sind die Anliegen bei den Menschen?“ Auf solche und andere Fragen wollen die drei kreativen Frauen mit den ebenso kreativen Schülern auch hier an der EDS Antworten suchen.

EDS-Schulleiter Stefan Haid, macht deutlich, dass auch das praktische Lernen sehr von Bedeutung sei, und verweist auf das geplante Projekt der Schule, bei dem im Rahmen von 175 Jahren Nationalversammlung ein Video zur Rolle der Kelkheimer Familie von Gagern entstehen soll. Haid findet: „Es ist wichtig, dass wir nicht nur aus den Geschichtsbüchern arbeiten.“ Kunst sei „etwas zum Anfassen“, könne wie „ein kleiner roter Faden“ ebenfalls an dieses Thema heranführen. Fachbereichsleiter Jan Schönherr freut sich über eine „interessante Kombination“ von Kunst und Politik mit weiteren Antworten auf Fragen wie: „Was macht Demokratiebewusstsein aus? Wie kann man es darstellen?“

Jugendliche auch Teil von Paulskirchen-Projekt

Kelkheims Kulturreferentin Beate Matuschek sieht die Relevanz des Ausdrucksmittels, das die Schüler nutzen, vor allem an den Wahlplakaten belegt, ohne die eine Demokratie kaum vorstellbar sei. „Kreativität ist wichtig, um die Botschaften pointiert zu veranschaulichen.“

Deshalb binde die Stadt die EDS auch bei ihrer Ausstellung zu 175 Jahren Nationalversammlung 2023 mit ein. In kleinen Videoclips dürfen sich die Schüler zu Grundrechten, Werten, Meinungsfreiheit äußern - und diese werde dann als Einstieg der Präsentation genutzt, die in der Alten Kirche Hornau geplant ist. Bürgermeister Albrecht Kündiger erkennt beim „neuen Ansatz“ von „Design for Democracy“ einen weiteren Zusammenhang: „Kunst kann sich nur in einer freiheitlichen Demokratie entwickeln.“

Die 18 Jahre alte Kim hat die Verschmutzung der Meere auf ihrem Plakat zum Thema gemacht. Unter anderem wird ein Seepferdchen von einem Plastik-Strohhalm erdolcht. Design-Expertin Schupp gefällt das schon mal sehr gut, rät der Schülerin aus dem Kunst-Leistungskurs von Julia Schulewski aber, „die Farben noch stärker hervorzuheben“. Und Kim findet, das Projekt sei „mal was anderes, man sieht es von einem anderen Winkel“.

Lilly (18) wiederum hat das Motto „Mensch ist Mensch“ auf ihrem Plakat gewählt, um auf einen wichtigen Grundsatz hinzuweisen: „Jeder ist unterschiedlich, sollte aber trotzdem gleich behandelt werden.“ Auch Lilly findet das Projekt prima: „Wenn man einen Gedanken hat, mit Kunst kann man so was besser ausdrücken.“

Die Ergebnisse, die im Rahmen von „Design for Democracy“ entstanden sind, werden am Schluss an einer Litfaßsäule angebracht, wo auch die anderen Klassen, die nicht an der Aktion teilgenommen haben, sie betrachten können. Und auf einer großen Tafel darf jeder seine Gedanken zum Thema aufschreiben unter dem Motto „Kelkheim, was denkst Du?“ Da tauchen dann unter anderem Forderungen nach dem „klimafreundlichen Handel“ und zu einem „No zu Sklaverei“ auf.

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