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Kosten-Weckruf vom Tierheim

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Hündin Sina braucht Spezialfutter im Tierheim.
Hündin Sina braucht Spezialfutter im Tierheim. privat © privat

Energie, Ärzte und Futter teurer: Verein mehr denn je auf Spenden angewiesen

Kelkheim - Das Tierheim am Zeilsheimer Weg, das für Abgabe- und Fundtiere aus Kelkheim, Liederbach und Eppstein zuständig ist, macht sich große Sorgen wegen der stark steigenden Kosten. Es sei jetzt zwar noch lange nicht „Land unter“, betont Vorsitzender Mark Bojko. Aber dennoch sei es dem Verein wichtig, ein Signal an die Bürger und die zuständigen Kommunen zu senden. Denn es sind gleich mehrere Faktoren, die dem Team aktuell zu schaffen machen.

Wie in jedem Tierheim stellen Tierarztkosten einen erheblichen Kostenblock dar. „Kastrationen, Impfungen, Entwurmungen und natürlich die Behandlung von kranken Tieren gehören einfach zum Tierheimalltag“, informiert Bojko. Im November ist eine neue Gebührenordnung für Tierärzte in Kraft getreten, die im Durchschnitt einen Gebührensprung von mindestens 20 Prozent mit sich bringt. „Wir haben Verständnis dafür, dass Tierarzte ihre Gebühren anpassen müssen, aber für uns ist das erst einmal eine ziemliche Herausforderung“, macht der Vorsitzende deutlich.

Auch die hohen Energiekosten bereiten den Tierschützern einen unruhigen Schlaf. „Da geht es uns wie allen anderen Menschen auch, und wir leiden unter den steigenden Preisen“, erklärt die Zweite Vorsitzende Julia Hemming. Dabei werden laut Bojko schon viele Möglichkeiten ausgenutzt, um Energie zu sparen - etwa mit Bewegungsmeldern. Aber die Kosten für den Betrieb der Wärmepumpe hätten sich derzeit verdoppelt.

Ein weiterer Kostenblock ist das Tierfutter. „Da trifft uns die Tatsache, dass es immer mehr Tiere gibt, die unter Futterunverträglichkeiten leiden“, berichtet Bojko. Ein Beispiel ist die Hündin Sina, die seit einigen Wochen im Tierheim ist. „Wir wussten nicht gleich, was das Problem war. Sina hatte starken Durchfall und wir haben sie gründlich untersuchen lassen, allerdings ohne eindeutiges Ergebnis“, erzählt Hemming. Im nächsten Schritt habe das Team dann auf Spezialfutter umgestellt - „und siehe da, Sina ging es viel besser. Unser Tierheim bekommt glücklicherweise sehr viele Futterspenden, aber das richtige Spezialfutter ist da in der Regel nicht dabei.“ Da kommt dann für ein Tier im Monat schon ein ordentlicher Betrag zusammen. All das macht den Helfern zu schaffen. Zumal auch nicht immer alle Tiere aufgenommen werden, da zum Beispiel mit acht Hunden derzeit alles sehr belegt ist. Und dann fehle eine Vermittlungsgebühr.

25 Prozent der Kosten tragen Kommunen

Das Tierheim ist privat finanziert, wird von den Orten Kelkheim, Liederbach und Eppstein mit etwa 25 Prozent der jährlichen Kosten unterstützt. Laut Bojko soll es 2023 Gespräche in den Rathäusern geben. „Ohne die Spenden von tierlieben Menschen könnten wir unsere Tierheim-Tiere nicht versorgen“, appelliert Bojko gerade zu Weihnachten und freut sich, dass die Unterstützung nach einem Tief Anfang 2022 wieder zugenommen hat. Das Spendenkonto hat die DE 32 5125 0000 0005 0032 10 bei der Taunus-Sparkasse.

Der Vorsitzende, der mit einem neuen Team seit einem halben Jahr im Amt ist, blickt ansonsten zuversichtlich nach vorne. Man habe sich gut gefunden, es gebe etwa 100 Helfer. Es gab ein großes Sommerfest und einen Tag der Jugend, als acht Kinder das Haus kennenlernten. Und mit Selina Klös hat der Verein erstmals auch eine Kraft im Freiwilligen Sozialen Jahr, die Leiterin Nadine Bahr und die Ehrenamtler unterstützt.

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