Silke Offermann (links) und anja Schütz mit Kalender.
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Silke Offermann (links) und anja Schütz mit Kalender.

Kelkheim Sexy

Kelkheims Kalender-Girls

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Zwölf Geschäftsfrauen lassen in Kelkheim nach britschem Vorbild für den guten Zweck die Hüllen fallen. Der Erlös des Kalenderverkaufs geht komplett an die Kelkheimer Bürgerstiftung, die damit Kinder und Jugendliche unterstützt.

Zwölf Geschäftsfrauen lassen in Kelkheim nach britschem Vorbild für den guten Zweck die Hüllen fallen. Der Erlös des Kalenderverkaufs geht komplett an die Kelkheimer Bürgerstiftung, die damit Kinder und Jugendliche unterstützt.

In dem Film „Kalender Girls“ sorgen britische Hausfrauen für Furore, indem sie sich für einen Kalender ausziehen und es damit sogar bis in die Late-Night-Talkshow von Jay Leno schaffen. Das können wir auch, haben sich die beiden Künstlerinnen Anja Schütz und Silke Offermann gedacht und sind auf die Suche nach zwölf Kelkheimer Kalender-Girls gegangen.

„Das ging sogar relativ einfach“, sagt Anja Schütz. Obwohl von Anfang an klar war, dass die Frauen sich vor der Kamera ausziehen müssen, habe es nur wenige Absagen gegeben. „Es geht ja auch um Aktfotos und nicht um Nacktfotos.“ Dabei hatten sich die Künstlerinnen die Auswahl selbst erschwert. „Wir wollten gestandene Frauen“, sagt Silke Offermann. Deshalb sprachen die beiden Künstlerinnen ausschließlich selbständige Geschäftsfrauen im Alter zwischen 35 und 62 an.

Inszeniert wie eine Nana

Als „Riesenfan“ des Films und Bekannte von Anja Schütz habe sie relativ schnell zugesagt, erzählt Magda El-Leithy, die in Kelkheim ein Bastelgeschäft betreibt. Obwohl das Fotoshooting vier Stunden gedauert hat, habe es viel Spaß gemacht. Die Nacktheit sei überhaupt kein Problem gewesen. Sie räumt allerdings ein, dass sie inzwischen auch schon „die ein oder andere spießige und prüde Reaktion“ erhalten hat.

Doch es gebe auch tolle Resonanz, sagt Sigrun Horn. Sogar ihr Neffe und ihre Nichten seien hellauf begeistert von ihrem Foto, für das sich die Schreinermeisterin in einer Schublade drapiert hat. Und auch sie selbst findet sich ästhetisch wunderschön präsentiert.

Wichtig sei, „dass man sich selbst akzeptiert“, betont Birgit Ackerstaff, die ein Einrichtungsgeschäft betreibt. Beim Shooting habe sie sich gewünscht, nicht zu verspielt zu wirken. Sie ist nun wie eine der Nanas von Niki de Saint Phalle dargestellt.

Eine andere Frau hat sich sogar im Partnerlook mit ihrem Dalmatiner ablichten lassen. Wie das jeweilige Foto inszeniert worden ist, sei vorher ausführlich gemeinsam besprochen worden, betont Silke Offermann. Und auch die letzte Entscheidung über die Auswahl des Kalenderfotos habe die Frau getroffen, die darauf zu sehen ist.

„Das ist ein großartiges Projekt“, lobt Bürgermeister Thomas Horn (CDU), der als Schirmherr der Aktion fungiert. „Damit sorgen wir für ein Novum im Main-Taunus-Kreis“. Das sei den beiden Künstlerinnen auch schon mit ihren „Kelkheimer Köpfen“ zum 75. Stadtjubiläum gelungen.

Der Erlös der Kalenderverkaufs geht komplett an die Kelkheimer Bürgerstiftung, die damit Kinder und Jugendliche unterstützt. Um die Kalenderaktion zu finanzieren hat jede der zwölf Geschäftsfrauen selbst 200 Euro bezahlt. Dafür dürfen sie die Großaufnahmen behalten, die demnächst in einer Ausstellung im Rathaus zu sehen sind.

„Wir hoffen natürlich, dass möglichst viele Kalender verkauft werden“, sagt die Vorsitzende Hildegard Bonczkowitz. Die erste Auflage beträgt 400 Exemplare. Ein Nachdruck sei im Online-Zeitalter aber kein Problem mehr, versichert Silke Offermann.

Der könnte auch nötig sein. Denn noch vor dem offiziellen Verkaufsstart sind bei den Frauen schon Vorbestellungen eingegangen. Anfragen kommen dabei sogar aus Norddeutschland, Berlin und Florida.

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