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Der Vorsitzende des Museumsvereins, Jürgen Moog, mit Bildern von Adam Wallauer.
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Der Vorsitzende des Museumsvereins, Jürgen Moog, mit Bildern von Adam Wallauer.

Kelkheim

Kelkheim: Vergessener Maler im Stadtmuseum

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Elf Ölgemälde des Ruppertashainer Malers Adam Wallauer hat das Kelkheimer Stadtmuseum geschenkt bekommen. Ein fast vergessener Künstler rückt damit wieder in den Fokus der Öffentlichkeit.

Beate Matuschek spricht von einen „wunderbaren Weihnachtsgeschenk“. Dass das Kelkheimer Stadtmuseum dank einer Schenkung nun über insgesamt 16 Gemälde des Ruppertshainer Malers Adam Wallauer verfüge, mache sie glücklich, sagte die Kelkheimer Kulturreferentin bei einem Pressetermin. Die Kunstwerke aus mehreren Jahrzehnten bildeten einen Grundstock für die Sammlung zur Klassischen Moderne, die im geplanten neuen Museum in der Feldbergstraße gezeigt werden soll.

Fünf Arbeiten von Adam Wallauer hatte das Kelkheimer Museum bereits in seinem Besitz, als vor wenigen Wochen ein Anruf aus Wiesbaden kam. Die Erbengemeinschaft des Kunstsammlers Heinrich König bot weitere elf Arbeiten des lange in Vergessenheit geratenen Künstlers an. In einem Container in Offenbach seien die Bilder gelagert gewesen, erzählt der Vorsitzende des Museumsvereins, Jürgen Moog. Ihr Zustand sei schlecht gewesen.

Ein Restaurator wurde zu Rate gezogen. „Er hat die Gemälde gesäubert, die nachgedunkelte oberste Lackschicht abgenommen und neuen Firnis aufgetragen“, berichtete Moog. Die meisten Bilder hätten zudem gespannt und neu gerahmt werden müssen. Teilweise seien sie auf Sackleinen gemalt. „Das Material war knapp während des Krieges.“ Nun leuchten die Farben wieder und die Ölgemälde lassen den künstlerischen Weg nachvollziehen, den Adam Wallauer über Jahrzehnte hinweg gegangen ist.

Der Künstler

Adam Wallauer wurde 1915 in Ruppertshain geboren.

Seine künstlerische Laufbahn begann er 1933 an der Frankfurter Städel-Kunstschule bei Max Beckmann, studierte später in Weimar und bei Karl Schmidt-Rottluff in Berlin.

In 2000 Ausstellungen weltweit waren seine Bilder ab den 1950er Jahren zu sehen. Wallauer starb 2003 in Felsberg bei Kassel. aro

1933 hatte der junge Mann aus Kelkheim ein Stipendium an der Frankfurter Städel-Kunstschule unter Max Beckmann vermittelt bekommen. Als dieser emigrieren musste, studierte Wallauer an der Hochschule für Bildende Kunst in Weimar bei Walther Klemm und wechselte 1940 in die Landakademie von Heinrich Nauern, dem bedeutendsten Vertreter des Rheinischen Expressionismus. Nach dem Krieg nahm er ein Studium in Berlin bei Karl Schmidt-Rottluff auf, den er vermutlich aus dem Blauen Haus der Hofheimer Kunstmäzenin Hanna Bekker vom Rath kannte. Abseits der NS-Ideologie sei es Wallauer gelungen, Kunstprofessoren seiner Wahl aufzusuchen, berichtete Matuschek.

Seine Arbeiten spiegeln internationale Kunstströmungen wieder – von Naturalismus und Impressionismus über Expressionismus und Kubismus bis zur Abstraktion. Das gilt auch für jene 16 Bilder, die nun im Besitz des Kelkheimer Stadtmuseums sind.

Für einen Aufsatz, der im Jahrbuch des Main-Taunus-Kreises erschienen ist, hat Beate Matuschek die Künstlerbiografie Adam Wallauers recherchiert. Bis zur Jahrtausendwende sei der Ruppertshainer Maler in der Rhein-Main-Region und selbst in seiner Heimatstadt kaum bekannt gewesen, weiß die Kunsthistorikerin. Dokumentationen und Kataloge von Ausstellungen fehlten. Die wenigen schriftlichen Quellen stammten aus dem Nassauischen Kunstverein und dem Landesarchiv Wiesbaden.

Dabei seien Werke des Künstlers nicht nur in vierlen Ausstellungen hierzulande gezeigt worden, sondern auch in den USA, in Südafrika, Brasilien und 1999 in Paris. Mittlerweile habe sich Wallauer als Künstler der klassischen Moderne auch regional wieder einen Namen gemacht.

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