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Möbel des Jahres 2019 war der Hocker ,,Gral“. Designer Dieter Lange stellt das Möbel vor.
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Möbel des Jahres 2019 war der Hocker ,,Gral“. Designer Dieter Lange stellt das Möbel vor.

Kelkheim

Kelkheim: Raritäten aus Schreinerhand im Museum

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Eine neue Broschüre stellt die Ausstellungsreihe „Möbel des Jahres“ im Stadtmuseum vor. 2022 wird das nächste Exponat zu sehen sein.

Es sind ganz besondere Exponate, die das Museum Kelkheim bisher in der Reihe „Möbel des Jahres“ präsentiert hat. Und hinter jedem von ihnen verbirgt sich eine eigene Geschichte.

Da ist zum Beispiel das selbstspielende Klavier. Der Münsterer Schreiner und Klavierbauer Georg Kilp VI. hatte es 1920 hergestellt. Das Instrument sollte auf den Müll, der Museumsverein kaufte es und ließ es aufwendig restaurieren. 2014 wurde es ausgestellt. Möbel des Jahres 2015 war ein Schreib- und Zeichentisch, den die erste Kelkheimer Schreiner-Gesellin Karin Schade 1960 im Bauhausstil angefertigt hatte. 2017 folgte der Frankfurter Schrank „made in Kelkheim“, dessen Herstellung der Schreiner Erwin Pleines in den 1970er Jahren in seiner Kelkheimer Möbelwerkstatt wieder aufgenommen hatte. 150 Exemplare des prunkvollen Wäsche- und Kleiderschrankes verkaufte Pleines bis 2011. Das bislang letzte Möbel des Jahres ist ein Rundbett der Firma Stelzer, das zurzeit im Museum ausgestellt ist. Franz Kraemer hatte es 1956 als Marketing-Gag erfunden, es wurde zum großen Erfolg des Kelkheimer Möbelhauses.

Museum

Die Sammlung für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte im Museum Kelkheim kann nach den Sommerferien wieder ab 4. September besucht werden.

Geöffnet sind die Ausstellungsräume in der Frankfurter Straße 21 samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr.

Die Broschüre „Möbel des Jahres 2012 – 2021“ hat der Museumsverein herausgegeben. Sie liegt im Rathaus und im Museum aus.

Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm unter www.museum-Kelkheim.de

Ausgedacht hat sich die Reihe „Möbel des Jahres“ Inge Voigt, einstmals zweite Vorsitzende des Museumsvereins. Die in Kelkheim hergestellten kreativen Möbelstücke sollten einen Bogen schlagen zu lokalen Familiengeschichten und zur Tradition des Schreinerhandwerks in der Stadt, erzählt sie. Das kleine Museum in der Frankfurter Straße sollte für Besucherinnen und Besucher so noch attraktiver werden.

Damit die Meisterstücke, die im Laufe der letzten zehn Jahre zu sehen waren, nicht in Vergessenheit geraten, hat der Museumsverein eine Broschüre herausgegeben. Darin werden alle Möbel einzeln vorgestellt. Kelkheims Kulturamtsleiterin Beate Matuschek blickt zurück auf die Anfänge des Museums im Jahr 2004, und sie erzählt die Geschichte Kelkheims als Stadt der Möbel, wo sich Anfang des 20. Jahrhunderts mehr als 300 Betriebe der Möbelfabrikation widmeten. Kunden der Kelkheimer Schreiner waren unter anderem der Kaiser von Äthiopien und Prinz Abdullah von Saudi Arabien. In späterer Zeit bestellten Prominente wie Hollywoodstar Brad Pitt oder Fußballlegende Rudi Völler Designertische in Kelkheim.

Aktuell sei der Verein mit dem Umzug des Museums in das ehemalige Pfarrzentrum Sankt Franziskus in der Feldbergstraße beschäftigt, berichtete Vereinsvorsitzender Jürgen Moog. Es wird saniert und umgebaut. Auch an einem neuen Ausstellungskonzept werde gearbeitet. Die Reihe „Möbel des Jahres“ soll in jedem Fall fortgesetzt werden. Nach coronabedingter einjähriger Pause wird 2022 wieder ein kreatives Meisterstück aus Kelkheimer Schreinerhand im Museum ausgestellt. Um welches Exponat es sich handelt, wird noch nicht verraten.

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