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Kelkheim Neue Rosen am Gagern-Denkmal

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Von: Andrea Rost

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Zwölf Findlinge erinnert in Kelkheim an die Familie von Gagern. Jetzt hat der Rotary Club 300 Rosen für die Anlage gespendet.
Zwölf Findlinge erinnert in Kelkheim an die Familie von Gagern. Jetzt hat der Rotary Club 300 Rosen für die Anlage gespendet. © Michael Schick

Die Stadt Kelkheim trifft erste Vorbereitungen für das Paulskirchenjubiläum im kommenden Jahr. Die Freiherren von Gagern, die die deutsche Demokratiegeschichte mitgeprägt haben, besaßen im Stadtteil Hornau ein Hofgut.

Als im Mai 1998 auf einer freien Fläche in der Rotlintallee ein Dutzend Findlinge aus dem Odenwald als Hommage an die Familie von Gagern aufgestellt wurden, die in unmittelbarer Nähe ihr Hornauer Hofgut hatte, war die Aktion keineswegs unumstritten. Vor allem die Unabhängige Kelkheimer Wählerinitiative (UKW) kritisierte das 80 000 Mark teure Denkmal und rief zum historischen Disput auf, um „die liberale Geschichtsschreibung auf den Boden der Realität zu bringen“. Ein Aktionskünstler wurde engagiert, eine Anti-Gagern-Streitschrift präsentiert, die einen Gegenpol zu den Gagern-Feierlichkeiten zum 150. Paulskirchenjubiläum setzen sollte.

FreIherren von Gagern

Der Staatsmann und Diplomat Hans Christoph von Gagern und drei seiner Kinder – Friedrich, Heinrich und Maximilian – waren mit prägend für die Politik Deutschlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Heinrich von Gagern war 1848 der erste Präsident eines frei gewählten deutschen Parlamentes in der Frankfurter Paulskirche. Wie sein Bruder Maximilian war auch er an der Ausarbeitung und Durchsetzung der Nationalverfassung beteiligt.

Das Hofgut in Hornau hatten die Freiherren von Gagern von 1818 bis 1866 in ihrem Besitz. Es war nicht nur Treffpunkt der Familie sondern auch gleichgesinnter Liberaler. aro

Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet, der lokalpolitische Streit, an dem sich auch der jetzige Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW) beteiligt hatte, liegt mehr als zwei Jahrzehnte zurück und soll 2023, wenn 175 Jahre Nationalversammlung gefeiert werden, nicht wieder aufflammen. Man müsse die Bedeutung der Freiherren von Gagern für die Geschichte der deutschen Demokratie differenziert betrachten, sagte Kündiger gestern bei einem Pressegespräch. Der Kelkheimer Autor und Journalist Torsten Weigelt schreibe an einer Familienbiografie, die im Herbst erscheinen werde. „Ich begrüße diese Arbeit außerordentlich“, betonte Kündiger.

Die Gagern-Anlage in Hornau gegenüber der Sankt Martinskirche gehört längst zum Hornauer Stadtbild. Und sie ist Ausgangspunkt für den Gagernrundweg, der mit 21 Informationstafeln über das Leben und Wirken der Freiherren von Gagern in Kelkheim berichtet. Die Grünfläche rund um das Denkmal ist allerdings in die Jahre gekommen. Deshalb hat der Kelkheimer Rotary-Club jetzt 300 Rosen gestiftet, die am gestrigen Dienstag rund um die Findlinge gesetzt wurden. Zum 175. Paulskirchenjubiläum im Mai 2023 werden sie in voller Blüte stehen. Die Rosen sollen an den Garten des Hornauer Hofguts erinnern, in dem Hans Christoph von Gagern Rosen züchtete und veredelte.

Die Stadt Kelkheim plant in den nächsten Monaten mehrere Veranstaltungen zu den Freiherren von Gagern und zur deutschen Demokratiegeschichte. Kulturreferentin Beate Matuschek will dazu hochkarätige Gäste in die Stadt holen. Ob sie den Besuch von Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth vor 25 Jahren zur Einweihung der Gagern-Anlage toppen kann? „Wir arbeiten dran“, sagt Matuschek.

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