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Simon Wendt, Jakob Rupcic, Lucas Mattausch, Céline Dahm, Nils Henrichen, Tamara Schneider, Tim Spieler und Joeline Demaré (v.l.) haben die Firma Local Foodture entwickelt, mit der lokale Produkte der Region gefördert werden sollen. 

Kelkheim

Kelkheim: Per App zum lokalen Apfel

Schülerfirma „Local Foodture“ wirbt für landwirtschaftliche Produkte aus der Region. Dafür entwickeln sie gerade eine App, die zu lokalen Anbietern führen soll.

Der Pfeil, der vom Apfel ausgeht, zielt auf die Mitte des Main-Taunus-Kreises. Der Apfel, der vermarktet werden soll, stammt von Streuobstwiesen rund um Kelkheim, aus eher kleinen landwirtschaftlichen Betrieben und von Selbstvermarktern aus der Region. Der Apfel ist Symbol für die Idee des Start-Up-Unternehmens „Local Foodture“, mit dem Schülerinnen und Schüler der Eichendorffschule Kelkheim zumindest die nahe Welt erobern wollen. Er ziert die Homepage der jungen Firma, die Visitenkarten, Werbeplakate. Und demnächst die App, um die es bei dem Projekt vor allem geht.

„Wir stehen gut, wir sind zuversichtlich“, sagt Geschäftsführerin Céline Dahm. Mehr als die Hälfte der 90 Anteilscheine für 10 Euro hat die Schülerfirma bereits verkauft. Der Erlös ist das Startkapital, damit muss Local Foodture auskommen. Das ist Vorgabe im Junior-Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), das junge Menschen mit den „wirtschaftlichen Grundprinzipien“ vertraut machen und ihre „soziale Kompetenz“ fördern will. In einem Landeswettbewerb werden sich die Firmengründer mit anderen Unternehmern um einen Preis für die beste Geschäftsidee und einen Platz im Bundesfinale bewerben.

Céline Dahm (16) und Marketing-Chefin Joeline Demaré (17) sehen gute Chancen für ihr Produkt. Für die Werbung nach außen wurde mit Simon Wendt (17) auch ein Pressesprecher berufen. Die neun Firmengründer besuchen die 11. Klasse im gymnasialen Zweig der Schule. Die Geschäftsidee passt, „man will ja grüner werden“, analysiert Wendt die Marktlage. Mit der App, die noch in Arbeit ist, sollen lokale Produkte der Region gefördert werden, Zielpunkte der Unterstützung sind Bauernhöfe, Hofläden, Imker, Milchtankstellen und Wochenmärkte.

Nachhaltigkeit fördern, kürzere Transportwege, weniger CO2, Wendt hat die Schlagworte kurz und knackig parat. In einem Workshop mit Profis aus der Wirtschaft und der Agentur für Arbeit wurden die Jungunternehmer auf die Ziele des Junior-Projektes vorbereitet. Firmengründung, Unternehmensführung, Aufbau von Firmenstruktur. Am Tag vor der öffentlichen Präsentation beim Schulfest am Samstag hat die für Finanzen zuständige Tamara Schneider (17) das Firmenkonto eröffnet und die ersten Überweisungen getätigt.

Local Foodture
Die App , die zu Anbietern lokaler Produkte führen wird, ist kostenlos. Für die Listung wird ein einmaliger Betrag erhoben, maximal 99,99 Euro, wenn auch ein Imagefilm dabei ist. jüs

Das Unternehmen wird künftig unter www.local-foodture.de und auf Facebook und Instagram zu finden sein. E-Mail: local-foodture@web.de

Das Schulfest dient auch dazu, noch „Promi-Aktionäre“ für den Kauf der letzten Anteilscheine zu gewinnen. Den Schulleiter Stefan Haid etwa, einen absoluten Fan der Schülerfirmen-Projekte. Die lokalen Arbeitgeber seien genau an diesen Schülern interessiert, etwa bei dualen Studiengängen. „Die wissen, wie man eine Firma gründet, die haben schon mal eine Bilanz geschrieben, das kommt bei denen gut an“, so Haid. Der Werbestand ist schlicht, Computer-Bildschirm, zwei Laptops, Herbstblätter und lokale Äpfel auf dem Tisch. Die Jungs im weißen Hemd, die Mädchen lässig chic, auch im Outfit soll Local Foodture professionell sein.

Wer mit Geschäftsführerin Dahm und Marketing-Chefin Demaré ins Gespräch kommt, ist beeindruckt. Dahm hat die Website entwickelt, die für Nutzer kostenlose App muss noch programmiert und bezahlt werden. Nachhaltigkeit, lokale Produkte, gibt’s das nicht alles schon? „Ja, aber bei uns ist es anders“, sagt Dahm. Der Glaube an das Projekt und Optimismus ist bei allen spürbar. Über die App sollen sich nicht nur Anbieter und Kunden vernetzen, es wird auch einen Erntekalender geben, Tipps und Tricks zur Lagerung von Obst und Gemüse. In Arbeit ist eine Kooperation mit dem „Gimbacher Hof“, zum Beispiel mit saisonalen Rezepten alle zwei Wochen. Das Motto passt: „Zu Hause isst’s am besten“.

Die App, die zu Anbietern lokaler Produkte führen wird, ist kostenlos. Für die Listung wird ein einmaliger Betrag erhoben, maximal 99,99 Euro, wenn auch ein Imagefilm dabei ist. jüs

Das Unternehmenwird künftig unter www.local-foodture.de und auf Facebook und Instagram zu finden sein. E-Mail: local-foodture@web.de

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