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Kelkheim

Kelkheim: Kritik am neuen Atzelbergturm

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Eine Initiative rund um Innenarchitektin Sonja Thomsen rügt den Entwurf für den Neubau des Atzelbergurmes. Das Design sei lieblos, die Stahlkonstruktion nicht sicher, heißt es in einer Online-Petition, die mehr als 250 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben haben.

Lieblos – so nennt Sonja Thomsen den Entwurf für den neuen Atzelbergturm, der demnächst im Kelkheimer Stadtteil Eppenhain errichtet werden soll. Die Skizze des Architekten lasse modernes, zukunftsweisendes Design vermissen, sagt die Innenarchitektin. Durch die silberne Materialfarbe und den Dreifuß am Fundament erinnere die schmale Stahlkonstruktion an eine startende Rakete und sei absolut unpassend für den Standort mitten im Wald.

Sonja Thomsen ist mit ihrer Meinung nicht alleine. 257 Bürgerinnen und Bürger haben eine von ihr initiierte Onlinepetition unterschrieben. Sie fordern einen Architektenwettbewerb für den neuen Aussichtsturm auf dem Atzelberg und sorgen sich um die Sicherheit des stählernen Bauwerks. Die Wendeltreppe sei mit einem Meter viel zu schmal, um einem größeren Besucheransturm standhalten zu können, moniert Sonja Thomsen. Und sie bezweifelt, dass Flucht- und Rettungswege ausreichen, um im Notfall Verletzte bergen zu können. Außerdem fordern die Unterzeichner:innen der Petition „eine verbindliche Erklärung der Stadt Kelkheim, dass in Zukunft keine Sendeantennen oder Ähnliches auf oder an dem neuen Atzelberg-Aussichtsturm montiert werden.“ Sie werde das Gefühl nicht los, dass der Turm unter anderem zu diesem Zweck errichtet werde, sagte Thomsen der Frankfurter Rundschau.

Historie

Von 1913 bis 1976 stand auf dem 507 Meter hohen Atzelberg der Luisenturm als Stahlfachwerkkonstruktion. Wegen Baufälligkeit wurde er abgerissen und 1980 durch einen hölzernen Aussichtsturm ersetzt.

Zwei Brände in den Jahren 2008 und 2017 zerstörten den Holzturm. 2019 wurde auch er abgerissen.

Der neue Atzelbergturm soll wieder in Stahlbauweise errichtet werden. 600 000 Euro sind dafür veranschlagt. Die Versicherung übernimmt 278 000 Euro. (aro)

Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW) ist bemüht, die Bedenken zu zerstreuen. Weder Kabelschächte noch Sendeanlagen seien auf dem neuen Turm vorgesehen, sagte er im Gespräch mit der FR. Auch bezüglich der Sicherheit müsse man sich keine Sorgen machen. Die Bauaufsicht des Kreises werde das Vorhaben prüfen. „Die Gesetze müssen eingehalten werden.“

Entwurf der Stahlkonstruktion für den neuen Atzelbergturm in Kelkheim.

Die Petition und die Unterschriften, die Sonja Thomsen demnächst im Rathaus abgeben wird, sollen am heutigen Donnerstag Thema im Magistrat sein. Er selbst sehe keinen Grund, den Entwurf von Architekt Detlef Schreiber nicht zu verwirklichen, macht Kündiger deutlich. Das Kelkheimer Parlament habe einstimmig grünes Licht für den Neubau gegeben, 90 000 Euro seien bereits in Vorplanungen geflossen. „Wenn man jetzt alles neu aufrollt, ist dieses Geld verloren.“ Den Menschen in Eppenhain sei der Architektenentwurf bei einer Bürgerversammlung vor knapp einem Jahr vorgestellt worden. „Der Saal war rappelvoll“, erinnert sich Kündiger. Kritik habe es kaum gegeben.

Sonja Thomsen hat kurz nach dem Infoabend im März 2020 eine Powerpoint-Präsentation zum Neubau des Atzelbergturmes zusammengestellt. Darin wird die Historie des Kelkheimer Stadtteils Eppenhain mit seinen denkmalgeschützten Bauten nachgezeichnet und auf die Notwendigkeit verwiesen, beim Turmneubau „architektonisch behutsam“ vorzugehen. Als positive Beispiele nennt Thomsen den holzverkleideten Regionalparkturm an den Weilbacher Kiesgruben oder den Hardtbergturm in Mammolshain, dessen Stahlkonstruktion an ein geripptes Apfelweinglas erinnert.

Mit wenigen Tricks und Kniffen könne auch der neue Atzelbergturm zu einem echten Eppenhainer Schmuckstück werden, ist Thomsen überzeugt. Werde als Material etwa rostfarbener Cortenstahl verwendet, „fügt sich der Aussichtsturm respektvoll in unser Dorf ein“.

Rubriklistenbild: © Stadt Kelkheim

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