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Wahlplakate zur Bürgermeisterwahl am 14. März in Kelkheim.
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Wahlplakate zur Bürgermeisterwahl am 14. März in Kelkheim.

Kelkheim

Kelkheim: CDU will Rathaus zurückerobern

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Kelkheims grüner Bürgermeister Albrecht Kündiger strebt eine zweite Amtszeit an. Die Christdemokraten wollen das mit ihrem Kandidaten Dirk Hofmann verhindern.

Ein halbes Jahrhundert lang hatten die Christdemokraten im Kelkheimer Rathaus das Sagen. Auf dem Bürgermeistersessel nahmen stets CDU-Männer Platz. Dann kam vor sechs Jahren der Umschwung: Nicht die christdemokratische Kandidatin Sabine Bergold, die als Erste Stadträtin in der Nachbarstadt Eppstein tätig ist, machte bei der Bürgermeisterwahl 2015 das Rennen, sondern Albrecht Kündiger, aufmüpfiger Politiker der Unabhängigen Kelkheimer Wählerinitiative (UKW) und Vorsitzender der Grünen Kreistagsfraktion, siegte in der Stichwahl. Er löste Thomas Horn (CDU) ab, der in den Regionalverband Rhein-Main wechselte und zwischenzeitlich dessen Vorsitzender ist.

Doch damit nicht genug: Bei den Kommunalwahlen 2016 eroberte Kündigers UKW auch noch die Spitzenposition unter den fünf Fraktionen im Kelkheimer Parlament und bekam knapp 40 Prozent der Stimmen.

Die CDU verlor massiv. Eine Koalition kam in den vergangenen fünf Jahren in der Stadtverordnetenversammlung nicht zustande. Regiert wird mit wechselnden Mehrheiten.

Superwahltag

Rund 22 400 Menschen sind am 14. März in Kelkheim zur Wahl aufgefordert. Gewählt wird außer dem Stadtparlament, dem Ausländerbeirat und dem Kreistag auch die neue Rathausspitze.

Für das Stadtparlament treten CDU, SPD, Unabhängige Wählerinitiative Kelkheim (UKW), FDP und Freie Wähler an.

Zur Bürgermeisterwahl kandidieren: Amtsinhaber Albert Kündiger (62, UKW), CDU-Fraktionschef Dirk Hofmann (49), SPD-Vorsitzender Michael Hellenschmidt (48), FDP-Parteichef Patrick Falk (46) und Tina Bender (50, Freie Wähler).

Die Ergebnisse gibt es am Wahlabend unter www.kelkheim.de und auf Facebook. Wahlpartys sind nicht geplant.

Nun wollen die Christdemokraten bei den Parlaments- und Bürgermeisterwahlen Mitte März alles daransetzen, die „alten politischen Verhältnisse“ wieder herzustellen. Als Herausforderer des volksnahen grünen Rathauschefs Albrecht Kündiger schickt sie ihren Fraktionsvorsitzenden Dirk Hofmann ins Rennen. Bereits 2019 wurde der 48-Jährige, der als Steuerberater arbeitet, zum Bürgermeisterkandidaten gekürt. Um ihn schart sich das „Team Kelkheim“ der CDU, das coronabedingt kaum auf Straßenwahlkampf setzen kann. Ein Onlinevideoformat vor orangefarbenen Stellwänden soll Hofmann in der Stadt bekannt machen. Die Gespräche mit Wahlkampfmanager Fabian Beine als Moderator wirken allerdings ein wenig bieder, verglichen mit der „Talkshow“, die die UKW jeden Sonntagabend auf Youtube sendet. Bürgermeister Albrecht Kündiger lässt sich im knallgrün eingefärbten Studio von politischen Mitstreiterinnen und Mitstreitern der UKW interviewen. Das Publikum kann Fragen im Chat oder am Telefon stellen.

Auch der Bewerber der FDP, Patrick Falk, verwendet Videoclips im Wahlkampf. Der 46-jährige Geschäftsführer einer Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft tritt bereits zum zweiten Mal als Bürgermeisterkandidat an. 2014 bekam er elf Prozent der Stimmen und schied nach dem ersten Wahlgang aus. Falk ist Parteichef der Liberalen. Er lädt das Publikum virtuell „auf einen Espresso“ ein und talkt am Küchentresen über Kelkheimer Themen.

Michael Hellenschmidt, von Beruf Physiker, und Parteichef der Kelkheimer Sozialdemokraten, lässt sich an markanten Punkten in der Stadt filmen. Und die bislang politisch nicht in Erscheinung getretene Kandidatin der Freien Wähler, Tina Bender, stellt sich mit einem Video im Netz vor, dessen Eingangsfanfare an alte Kino-Wochenschauen erinnert. Man erfährt in dem kurzen Streifen, dass Bender 50 Jahre alt ist, als Personalmanagerin bei Sanofi arbeitet und mehrere Jahre in Paris gelebt hat.

In seiner ersten Amtszeit habe er „nicht allzu viel vorangebracht“, werfen seine Herausforderer Albrecht Kündiger vor. Sie beklagen zu wenig Engagement, um bezahlbaren Wohnraum in Kelkheim zu schaffen. Auch seien kaum neue Unternehmen in der Stadt angesiedelt worden. Thema im Wahlkampf ist außerdem die Zukunft des ehemaligen katholischen Pfarrzentrums Sankt Franziskus in der Feldbergstraße, das nach einem Bürgerentscheid zum Stadtmuseum mit Kulturzentrum umgebaut werden soll. Da die Kosten für das Projekt explodieren, schlägt FW-Kandidatin Bender vor, erneut abstimmen zu lassen.

Diskutiert wurde lange auch über die „Fischbach-Spange“, die Pendlerströme von dem Kelkheimer Stadtteil fernhalten sollte. Nun hat die CDU das von ihr favorisierte Projekt aufgegeben. Kündigers UKW war stets gegen den Bau der Straße gewesen.

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