1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Kelkheim

Junges Trio auf Raubzug in Wohnhaus

Erstellt:

Kommentare

Haupttäter (19) muss zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter / Ex-Freundin kommt mit Verwarnung davon

Kelkheim - Mit Freiheitsstrafen, Bewährung und einer Verwarnung ist am Montag vor dem Frankfurter Landgericht der Prozess um einen ungewöhnlichen Raubüberfall auf eine Kelkheimer Familie in deren Haus zu Ende gegangen. Angeklagt waren ein heute 19-Jähriger, der für zwei Jahre und drei Monate hinter Gitter muss, dessen damalige Freundin (18), die verwarnt wurde, sowie ein 24-Jähriger, der zwei Jahre auf Bewährung erhielt. Ausgangspunkt für die Tat am 20. November 2020 war die Freundschaft zwischen der 18-Jährigen und dem Sohn (16) der beraubten Familie. Die Schülerin ging im Haus fast ein und aus und hatte am Tattag keine Schwierigkeiten, den beiden Männern den Zugang über ein von ihr geöffnetes Badezimmerfenster zu ermöglichen. Mit dem Jüngeren, der aus Sossenheim stammte, war sie liiert.

Besonders der 19-Jährige übernahm maskiert und mit „herrischem Tonfall“ - so die Anklage - die Initiative. Der 16-Jährige wurde zunächst in den Tresorraum im Keller gejagt, wo er den Geldschrank öffnen sollte. Der Vater aber hatte ihm wohlweislich nicht die Zahlenkombination verraten, so dass der Safe verschlossen blieb.

Zuvor schon fünf Attacken auf Jugendlichen

Dafür unternahmen die Täter einen räuberischen Streifzug durch das Haus. Allerlei Wertgegenstände - vor allem Mobiltelefone, Sonnenbrillen, Schmuck - wanderte in ihren Besitz. Vom Gericht wurde der Wert der geraubten Sachen mit gut 2000 Euro taxiert - der Betrag wurde zulasten der Angeklagten eingezogen.

Die Ermittlungen ergaben, dass der 16-Jährige schon vorher in mindestens fünf Fällen von dem 19-Jährigen angegangen worden war. Dabei büßte er neben Geld sein Mobiltelefon ein. Schaden: Weitere rund 500 Euro. Auch diese Taten waren im seit vergangenen Montag laufenden Verfahren mit angeklagt. Nach dem Überfall auf das Anwesen der als wohlhabend geltenden Familie trennte sich die Mitangeklagte von ihrem kriminellen Freund und erfüllte damit den Wunsch ihrer ebenfalls in geordneten Kelkheimer Verhältnissen lebenden Eltern. Von ihrem Verflossenen sei sie extrem unter psychischen und physischen Druck gesetzt worden.

Damit war der 18-Jährigen eine der mildesten Sanktionen des Strafrechts sicher: Die Verwarnung wurde aber mit Therapieauflage verbunden. Gegen den 19-Jährigen liegt dem Vernehmen nach eine weitere Anklageschrift vor, in der es neben Eigentums- und Gewaltdelikten auch um Sexualstraftaten gehen soll.

Auch interessant

Kommentare